Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Multiresistenter Keim breitet sich aus

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Ein neuer multiresistenter Keim ist auf dem Vormarsch.

Viele Bakterien sind mittlerweile unempfindlich gegenüber gängigen Antibiotika geworden.
© Elnur - Fotolia.com

Di. 24. Oktober 2017

E. coli: Multiresistente Keime breitet sich in Deutschland aus

Antibiotika-resistente Bakterien führen besonders in Krankenhäusern zu schwer behandelbaren Infektionen. Häufiger Auslöser sind Escherichia coli-Bakterien (E. coli), die besondere Enzyme entwickelt haben, um die Antibiotika unwirksam zu machen. Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) an der Universität Gießen untersuchten diese Bakterien genauer und fanden einen E. coli-Stamm, der sich seit 2010 in Deutschland rasant ausbreitet und gegen mehrere Antibiotika gleichzeitig unempfindlich ist.

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"Wir müssen besonders eine Untergruppe eines multiresistenten E. coli-Bakteriums im Blick behalten, die wir in unserer aktuellen Studie gefunden haben", erklärt Prof. Trinad Chakraborty, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie an der Universität in Gießen und Koordinator am DZIF-Standort Gießen-Marburg-Langen. Diese Untergruppe breitet sich momentan weltweit aus und wurde nun auch in Deutschland gefunden. Es handelt sich hierbei um einen multiresistenten E. coli-Stamm vom Sequenztyp 131 (ST131), der weltweit für Millionen von Infektionen verantwortlich ist, vor allem Blutstrominfektionen und Harnwegsinfektionen. Die Forscher konnten nachweisen, dass seine Häufigkeit von 0 Prozent im Jahr 2009 auf 45 Prozent 2016 gestiegen ist.

E. coli gehört zu den Gram-negativen Enterobakterien, die vor allem im menschlichen Darm zu Hause sind. Einige Stämme können Infektionen auslösen, wenn sie in den übrigen Körper gelangen. Ihre Behandlung wird zunehmend schwerer, denn im Kampf gegen Antibiotika haben E. coli-Bakterien und andere Enterobakterien einen Abwehrmechanismus entwickelt: Sie bilden Enzyme aus, die Antibiotika unwirksam machen können. Es seien weitere Studien notwendig, um die Ursachen und die klinische Bedeutung der aktuellen Studienergebnisse weiter zu untersuchen.

DZIF/NK

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