Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Herzinfarkt ist für Frauen gefährlicher

Aktuelles

Herzinfarkte sind für Frauen deutlich gefährlicher als für Männer.

Im ersten Jahr nach einem Herzinfarkt ist bei Frauen besondere Vorsicht geboten.
© Halfpoint - Fotolia.com

Do. 26. Oktober 2017

Herzinfarkt ist für Frauen gefährlicher

Das Risiko, im ersten Jahr nach einem Herzinfarkt zu sterben, ist für Frauen deutlich höher als für Männer. Das geht aus einer Studie von Forschern der Technischen Universität München (TUM) hervor. Die Wissenschaftler appellieren deswegen an die behandelnden Ärzte, gerade in den ersten 365 Tagen Infarktpatientinnen besonders intensiv zu betreuen.

Anzeige

Herzinfarkte gelten nach wie vor als Männerkrankheit. Das stimmt insofern, als dass Männer ungefähr zwei Drittel der Patienten ausmachen, die wegen Infarkten stationär behandelt werden. Studien aus den vergangenen Jahren zeigen aber, dass Frauen eher an Herzinfarkten und ihren Folgen sterben als Männer. Vor allem das erste Jahr nach einem Infarkt ist für Frauen bedrohlich. Der aktuellen Studie zufolge ist ihr Risiko, in diesem Zeitraum zu sterben, 1,5 Mal größer als für Männer. Einer der Gründe dafür ist, dass Frauen "andere" Herzinfarkte bekommen: Zum Zeitpunkt des Infarkts sind sie statistisch gesehen zehn Jahre älter und haben häufiger Begleiterkrankungen wie Diabetes. Zudem werden Infarkte bei Frauen seltener durch lokale Gefäßverengungen ausgelöst, die vergleichsweise leicht erweitert werden können. Stattdessen sind die Herzarterien häufiger diffus befallen.

Zudem würden an Frauen nach einem Infarkt oft andere Anforderungen gestellt als an Männer. "Sie sollen schneller wieder 'funktionieren' und sind dadurch größeren Belastungen ausgesetzt", sagt Prof. Georg Schmidt, Kardiologe in der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I des TUM-Universitätsklinikums rechts der Isar. Ein weiterer wichtiger Faktor sind depressive Erkrankungen. Studien haben gezeigt, dass diese nicht nur für sich genommen gefährlich sind, sondern auch einen Risikofaktor bei anderen Erkrankungen darstellen", erklärt Schmidt. Die Studie zeige, dass es im ersten Jahr nach einem Infarkt wichtig ist, sich besonders intensiv um Infarktpatientinnen zu kümmern. Der Appell der Forscher richtet sich insbesondere an Hausarztpraxen: "Gerade nach Anzeichen von Depressionen muss stärker Ausschau gehalten werden. Wenn man solche Anzeichen bemerkt, ist es wichtig, die Patientinnen schnell an Fachpraxen zu vermitteln, um gegebenenfalls möglichst bald mit einer Therapie beginnen zu können", so Schmidt.

NK

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen