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Experten kritisieren die

Experten wollen eine Mindestmenge für komplizierte Krebs-Operationen einführen.
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Do. 23. November 2017

Krebs-OP: Viele Todesfälle durch mangelnde Routine

Viele Patienten in Deutschland sterben zu früh, weil sie in Kliniken operiert werden, die zu wenig Erfahrung mit komplizierten Krebs-OPs haben. Hochrechnungen zufolge könnte die Zahl der Todesfälle infolge von Lungenkrebs-Operationen um etwa ein Fünftel gesenkt werden - von 361 auf 287 Todesfälle pro Jahr. Das zeigt eine Analyse auf Basis der Krankenhaus-Abrechnungsdaten für den Qualitätsmonitor 2018 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), des Vereins Gesundheitsstadt Berlin und der Initiative Qualitätsmedizin (IQM). Ein ähnliches Bild zeigt sich Speiseröhren-Krebs, Bauchspeicheldrüsen-Krebs sowie Blasen- und Darmkrebs.

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"In Deutschland gibt es immer noch viel zu viele Kliniken, die nur hin und wieder mal eine komplizierte Krebs-Operation durchführen", sagt Prof. Thomas Mansky, Leiter des Fachgebietes Strukturentwicklung und Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen der Technischen Universität (TU) Berlin. Als Beispiel nennt Mansky die Operationen zur teilweisen Entfernung der Lunge, die bei Lungenkrebs-Patienten in vielen Fällen erforderlich ist: Ein Fünftel der Patienten werde in insgesamt 260 Kliniken behandelt, die im Durchschnitt nur fünf dieser OPs pro Jahr durchführen. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass in diesen Kliniken die nötige Operationsroutine und die für eine adäquate Gesamtbetreuung notwendige Spezialisierung nicht vorhanden sein können", so Mansky.

Diese "Gelegenheitschirurgie" sei nicht akzeptabel, kritisiert Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. Der Experte fordert daher die Einführung von OP-Mindestmengen für komplizierte OPs bei Lungen- und Brustkrebs. Im Falle von Speiseröhren- und Bauchspeicheldrüsen-Krebs sei eine Erhöhung der bestehenden Mindestmengen notwendig. Außerdem will die AOK den Druck auf die Kliniken erhöhen: "Krankenhäuser, die die Vorgaben nicht einhalten und bei denen kein Ausnahmetatbestand vorliegt, erhalten von der AOK im Sinne der Patientensicherheit keine Vergütung mehr für diese Eingriffe", so Litsch.

In speziellen Lungenkrebszentren der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) werde bereits eine Mindestzahl von 75 Lungenkrebs-OPs pro Jahr durchgeführt und darüber hinaus eine Reihe von Qualitätskriterien erfüllt, die jährlich überprüft würden. In diesen Zentren sterben deutlich weniger Patienten als in Krankenhäusern, die solche Eingriffe seltener durchführen: Eine Auswertung auf Basis der Krankenhaus-Abrechnungsdaten von 2015 zeigt in Kliniken mit mehr als 75 Lungenkrebs-Operationen pro Jahr eine Sterblichkeitsrate von nur 2,5 Prozent, während sie in den Kliniken mit weniger OPs pro Jahr bei 4,1 Prozent liegt.

AOK/NK

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