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Viele Deutsche wissen nicht ausreichend Bescheid über depressive Erkrankungen.

Wie eine Depression entsteht und wie man sie am besten behandelt, ist vielen Deutschen offenbar nicht klar.
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Mi. 29. November 2017

Große Wissenslücken bei Depressionen

Über Depressionen kursieren in der Bevölkerung zahlreiche Irrtümer. So glauben beispielsweise viele Deutsche, dass die Krankheit durch eine Charakterschwäche oder eine "falsche" Lebensführung ausgelöst werde und Schokolade ein gutes Mittel dagegen sei. Das zeigt die repräsentative Umfrage "Deutschland-Barometer Depression" der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und der Deutsche Bahn Stiftung.

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Nahezu alle Deutschen sehen die Ursachen von Depressionen in Schicksalsschlägen (96 Prozent) und Belastungen am Arbeitsplatz (94 Prozent). Dass eine Depression auch biologische Ursachen hat, ist dagegen weniger bekannt. So sind sich nur 63 Prozent darüber bewusst, dass die Krankheit erblich bedingt sein kann und nur zwei Drittel wissen, dass während einer Depression der Stoffwechsel im Gehirn gestört ist. "Während der Depression nehmen Betroffene alles wie durch eine dunkle Brille wahr. Bestehende Probleme wie Partnerschaftskonflikte oder Arbeitsstress erscheinen vergrößert. Deshalb bewerten viele diese äußeren Faktoren über und gehen davon aus, dass die Depression dadurch ausgelöst wurde", erklärt Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Besonders deutlich werden die Wissenslücken über Depression in der Bevölkerung bei folgenden Aussagen: Über die Hälfte der Befragten glaubt, dass die Depression durch eine "falsche" Lebensführung ausgelöst wird; knapp ein Drittel hält Charakterschwäche für eine Ursache.

Auch bei den Behandlungsmöglichkeiten der Depression wissen die Deutschen noch nicht ausreichend Bescheid. So glaubt rund jeder fünfte Befragte, dass "Schokolade essen" (18 Prozent) oder "sich zusammenreißen" (19 Prozent) geeignete Mittel gegen die schwere Erkrankung seien. "Depressionen werden gemäß der nationalen Versorgungsleitlinien mit Antidepressiva und/oder Psychotherapie behandelt", stellt Prof. Ulrich Hegerl richtig. Für die Studie wurden 2.000 Personen zwischen 18 und 69 Jahren befragt, ergänzt wurde diese Befragung durch eine Online-Umfrage unter Depressionsbetroffenen.

NK

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