Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Depression: Häufiger als gedacht

Aktuelles

Depressionen dürfen nicht unterschätzt werden.

Eine Depression ist eine ernstzunehmende Krankheit, die schlimme Folgen nach sich ziehen kann.
© Photographee.eu - Fotolia.com

Mo. 22. Januar 2018

Depression: 15 Prozent der Deutschen betroffen

Depressionen werden noch immer unterschätzt: Etwa 15 Prozent der Bevölkerung erleiden mindestens einmal im Leben eine depressive Episode. "Depressionen lassen sich gut behandeln. Die Patienten brauchen aber verständliche Informationen über das Behandlungskonzept und Geduld, denn diese Krankheit heilt nicht von heute auf morgen. Hier übernehmen die Apotheker wichtige Aufklärungsarbeit", sagte Prof. Dr. Kristina Friedland beim pharmacon, dem internationalen Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer in Schladming, Österreich.

Anzeige

Behandelt werden Depressionen vor allem mit Antidepressiva und Psychotherapie. Bei saisonal auftretenden Depressionen kann einigen Patienten eine Lichttherapie helfen. Die verwendeten Lampen sollten mindestens 10.000 Lux hell sein. "Zur Lichttherapie gehört, dass man mit offenen Augen an den Lampen vorbei sieht. Bleiben die Augen geschlossen wie im Solarium, wird keine Wirkung eintreten", erläuterte Apothekerin Friedland.

Die Antidepressiva unterscheiden sich vor allem in ihren Nebenwirkungen. Gemeinsam ist allen Medikamenten, dass die Stimmungsaufhellung erst nach einigen Wochen eintritt. Begleitende Wirkungen wie Mundtrockenheit, Erbrechen oder Übelkeit setzen hingegen sofort ein. Das hat zur Folge, dass rund 30 bis 40 Prozent der Patienten die Antidepressiva nach den ersten Wochen nicht mehr einnehmen und daran zweifeln, ob die eigene Depression überhaupt behandelbar ist. Friedland: "Hier ist die Information des Apothekers gefragt: Er kann seinen Patienten im persönlichen Gespräch Mut machen. Denn viele Nebenwirkungen klingen bei einer dauerhaften Einnahme nach zwei bis drei Wochen ab, während die antidepressive Wirkung erhalten bleibt."

Einige Nebenwirkungen lassen sich durch den richtigen Einnahmezeitpunkt verhindern. So können manche Medikamente, die abends eingenommen werden, die Schlafstörungen im Rahmen des depressiven Syndroms in den ersten Wochen der Therapie verschlechtern. Wer Antidepressiva einnimmt, kann sich deshalb von seinem Apotheker beraten lassen. Wer bereits mehrmals im Leben an einer depressiven Episode litt, nimmt diese nach dem ersten Ansprechen der Medikamente am besten noch mindestens vier bis sechs Monate lang ein. So können Rückfälle verhindert werden. Bei einer längerfristigen Einnahme dürfen Antidepressiva nicht abrupt abgesetzt werden, sondern die Dosis sollte nach und nach reduziert werden.

ABDA

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen