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Apotheker zeigen sich erleichtert über den Koalitionsvertrag.

In Deutschland müssen immer mehr Apotheken schließen. Die Politik will diesen Abwärtstrend stoppen.
© Jochen Tack

Do. 08. Februar 2018

Apotheker erleichtert über Koalitionsvertrag

Mit Erleichterung reagieren Deutschlands Apotheker auf die Ankündigung im kürzlich veröffentlichten Koalitionsvertrag, die Apotheken vor Ort zu stärken. CDU, CSU und SPD sprechen sich für ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten aus und wollen damit die aktuelle Schieflage im Wettbewerb unter den Apotheken ausgleichen.

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"Es ist eine vernünftige Entscheidung, die Apotheken vor Ort zu stärken", sagt Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V. "Auch und gerade im Kontext der strukturpolitischen Ziele der zukünftigen Bundesregierung müssen die Apotheken in der Fläche gehalten werden. Gemäß Koalitionsvertrag sollen schließlich alle Menschen in Deutschland einen gleichberechtigten Zugang zur öffentlichen Daseinsvorsorge haben." Schmidt weiter: "Gesundheitspolitik ist Strukturpolitik. Und die Arzneimittelversorgung ist ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitspolitik." Schmidt zufolge wird es nun darauf ankommen, dass baldmöglichst eine neue Bundesregierung ihre Arbeit aufnehmen kann, um die Zusage im Koalitionsvertrag möglichst zügig in gesetzgeberische Maßnahmen einfließen zu lassen.

Seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs im Herbst 2016 müssen sich ausländische Versandapotheken in Deutschland bei verschreibungspflichtigen Medikamenten nicht mehr an die Preisbindung halten und dürfen Rabatte anbieten. Deutsche Apotheken dürfen dies aber nach wie vor nicht und leiden unter dem Urteil des EuGH. Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist Ende 2017 auf 19.748 gesunken. Das sind genau 275 Apotheken oder 1,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor (2016: 20.023). Der Rückgang von 275 Betriebsstätten ergibt sich aus dem Saldo von 120 Neueröffnungen und 395 Schließungen. Derweil ist auch die Zahl der Apothekeninhaber im Jahr 2017 um 371 auf 15.236 gesunken, die wiederum 4.512 Filialen betreiben. Die aktuelle Gesamtzahl an Apotheken markiert den tiefsten Stand seit 30 Jahren – 1987 gab es mit 19.637 letztmalig noch weniger Apotheken.

ABDA

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