Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Autofahren mit Diabetes

Aktuelles

Was Diabetiker beachten müssen und wann die Fahrtauglichkeit eingeschränkt ist, haben Experten in der neuen europäischen Leitlinie „Diabetes und Straßenverkehr“ festgelegt.

In Deutschland ist schätzungsweise jeder zehnte Führerscheininhaber von Diabetes betroffen.
© Kzenon - Fotolia.com

Mo. 26. März 2018

Worauf Diabetiker beim Autofahren achten müssen

Was müssen Diabetiker wissen, bevor sie ins Auto steigen und wann ist die Fahrtauglichkeit eingeschränkt? Das haben Experten in der neuen europäischen Leitlinie "Diabetes und Straßenverkehr" festgelegt. Sie soll Ärzten und Patienten zu mehr Rechtssicherheit verhelfen.

Anzeige

Fast alle Diabetespatienten können am Straßenverkehr teilnehmen, sowohl im Privat-Pkw als auch beruflich als Busfahrer, im Lastwagen oder Taxi. Das ist die zentrale Aussage der Leitlinie. Sie widerlegt die häufig vertretene Meinung, insulinpflichtige Patienten könnten nicht mehr als Busfahrer oder Lkw-Fahrer arbeiten oder ein hoher Langzeitblutzuckerwert stelle einen Grund zur Verweigerung des Führerscheins dar. "Nach allen verfügbaren Untersuchungen ist die Unfallhäufigkeit bei Menschen mit Diabetes nur unwesentlich erhöht", sagt Professor Dr. Reinhard Holl von der Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG). "Ein hoher HbA1c-Wert an sich ist kein Grund für ein Fahrverbot, eine Insulintherapie auch nicht", so der Forscher der Universität Ulm.

Allerdings gibt es auch Fälle, in denen eine Fahruntauglichkeit vorliegt. Zu diesen zählen eine unbehandelte Schlaf-Apnoe oder wiederholte schwere Unterzuckerungen. "Bei zwei schweren Unterzuckerungen im Wachzustand innerhalb eines Jahres darf man zunächst nicht mehr Auto fahren", sagt Holl. Es gebe jedoch auch Möglichkeiten, die Gefahr von Unterzuckerungen zu verringern und die Fahrtauglichkeit damit wiederzuerlangen – etwa durch eine Medikamenten-Umstellung, Wahrnehmungsschulungen oder eine kontinuierliche Glukosemessung mit akustischer Warnfunktion. Eine vorübergehende Fahruntauglichkeit liegt bei schweren Stoffwechselentgleisungen, in der Einstellungsphase auf Insulin, aber auch bei anderen wichtigen Therapieumstellungen oder Dosisänderungen vor. Sie gilt, bis der Blutzuckerstoffwechsel stabil ist. "Jeder Insulinpatient sollte vor Fahrtantritt den Blutzucker messen und schnellwirkende Kohlenhydrate etwa in Form von Traubenzucker im Auto griffbereit haben", sagt Holl.

Die S2-e-Leitlinie "Diabetes und Straßenverkehr" wurde auf Initiative der DDG mit anderen Fachgesellschaften und Verbänden auf der Grundlage sämtlicher verfügbarer wissenschaftlicher Daten erstellt. Sie gilt bis zum 30. November 2022 und ist im Internet veröffentlicht.

DDG/ HH

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Anzeige

Signia geht im April auf Innovationstour

ABDAUnglaublich, was ein Hörgerät heute alles kann. Nicht mehr nur Medizinprodukt, sondern kleines Technikwunder. Erleben Sie die Innovationen rund um das Thema Hören im April live in Ihrer Stadt.

Lesen Sie hier mehr!

Anzeige

Service

Zum NAI-Gewinnspiel Zum NAI-Portal

Themenspecial: Besser hören

Frau mit Hut im GrünenIm Themenspecial Besser hören nennt aponet.de die besten Tipps und viel Wissenswertes, wie sich Tinnitus und Hörschäden vermeiden lassen und wie man ein schlechtes Gehör ausgleichen kann.

Alle weiteren Specials in der Übersicht finden Sie hier.

Wissen

Arzneimitteldatenbank

Informationen zu Arzneimitteln, Beschwerden oder Wirkstoffen.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen