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Meeresfisch enthält Quecksilber, das durch die Industrie in die Atmosphäre gelangt ist.

Meeresfisch enthält Quecksilber, das durch die Industrie in die Atmosphäre gelangt ist.
© Björn Wylezich - Fotolia.com

Mi. 09. Mai 2018

Viel Fisch gleich viel Quecksilber

Rund 80 Millionen Tonnen Fisch werden jährlich aus dem Meer gefischt – und damit auch eine immense Menge an Quecksilber. Eine neue Studie hat nun untersucht, in welchen Ländern so viel Fisch und Meeresfrüchte verzehrt werden, dass Menschen dem giftigen Schwermetall verstärkt ausgesetzt sein könnten. Zu viel kann vor allem Kindern und Schwangeren schaden.

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Aufgrund ihrer Analysen kommen kanadische Forscher zu der Einschätzung, dass Menschen in 66 von 175 der untersuchten Länder höhere Mengen an Methylquecksilber aufnehmen könnten, als für die Entwicklung von Föten als sicher eingestuft wird. Die sichere Höchstmenge der extrem toxischen Quecksilberverbindung liegt den Wissenschaftlern zufolge bei einer wöchentlichen Aufnahme von 1,6 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht. Zu den Ländern mit dem höchsten Risiko zählen die Malediven, Island, Malaysia, Litauen und Japan. Die Schweiz, Deutschland und die USA liegen auf den Plätzen 101, 102 und 105 und mit einer geschätzten wöchentlichen Pro-Kopf- Aufnahme von 0,8 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht deutlich unterhalb der riskanten Dosis.

Durch die Industrialisierung sei viel Quecksilber in die Atmosphäre gelangt und habe sich in Meeren und Ozeanen niedergeschlagen, wo es von Meerestieren aufgenommen wird, erläutert Raphaël Lavoie von der Universität von Montréal. Werden besonders hohe Mengen an Methylquecksilber verzehrt, könne der Stoff die Blut-Hirn-Schranke überwinden und die Entwicklung des Gehirns negativ beeinflussen. Dies gelte speziell für Kinder und Föten. Die Forscher glauben, dass ihre Schätzungen Behörden helfen könnten, Wege zu finden, mit denen sich das Risiko der Quecksilber-Exposition, insbesondere für Risikogruppen wie Kinder und Schwangere, verringern ließe. Es gebe zudem Hinweise, dass einige Methoden der Zubereitung und des Verzehrs von Fisch möglicherweise die Aufnahme von Methylquecksilber verringern könnten. So hab eine Studie belegt, dass das Kochen von Fisch oder der Verzehr in Kombination mit bestimmten Polyphenolen, die in Lebensmitteln wie Tee enthalten seien, die Bioverfügbarkeit von Methylquecksilber im menschlichen Körper verringern können, berichten die Forscher.

Die Wissenschaftler hatten für die Auswertung die Mengen an Quecksilber, die über die Fischerei von 1950 bis 2014 aus dem Meer entnommen wurde mit Angaben zum wöchentlichen Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten aus 175 Ländern zwischen 1961 und 2011 kombiniert. Aus diesen Daten berechnete Lavoie die Pro-Kopf-Aufnahme von Methylquecksilber.

HH

Quelle: DOI 10.1038/s41598-018-24938-3

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