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Diese Medikamente verursachen am häufigsten Nebenwirkungen.

Welche Nebenwirkungen bei einem Medikament möglich sind, können Patienten in der Packungsbeilage nachlesen.
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Mi. 13. Juni 2018

Diese Medikamente verursachen die meisten Nebenwirkungen

Gerinnungshemmer, Antibiotika und dämpfende Psychopharmaka sind die drei Wirkstoffklassen, zu denen in den vergangenen Jahrzehnten am häufigsten Nebenwirkungen gemeldet wurden. Das zeigt eine Auswertung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), die jetzt im Deutschen Ärzteblatt erschienen ist.

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Der Auswertung zufolge waren folgende Medikamente in den vergangenen 40 Jahren am häufigsten Auslöser von Nebenwirkungen:

  • Blutgerinnungshemmer (Thrombozytopenie, Magen-Darm-Blutungen, Blutungen)
  • Antibiotika (Durchfall, Ausschlag und Juckreiz)
  • Dämpfende Psychopharmaka (Arzneimittelabhängigkeit, Leukopenie und Fieber)

Insgesamt habe die Zahl der gemeldeten Nebenwirkungen kontinuierlich zugenommen, heißt es in dem Artikel. Das liege vor allem daran, dass Pharmafirmen durch verschärfte Gesetze verpflichtet wurden, mehr zu melden. Eine Rolle habe aber vermutlich auch eine gestiegene Sensibilität von Heilberuflern und Patienten gespielt sowie der erleichterte Zugang zum Meldeformular: Seit 2009 können Patienten dem BfArM Nebenwirkungen direkt online melden; in der Packungsbeilage wird dazu aufgerufen.

Sowohl die Arzneimittelgruppen als auch die Art der Nebenwirkungen unterscheiden sich laut der Analyse, je nachdem, ob ein Arzt oder ein Patient meldet. Ärzte meldeten am häufigsten zu (Benzo)diazepinen, Fluorchinolonen und Heparinen, und zwar Befunde oder Diagnosen, die medizinisches Fachwissen voraussetzen. Bei den Patienten führten dagegen Interferone, Antithrombotika und Immunsuppressiva die Rangfolge der problematischen Arzneistoffe an. Gemeldet wurden hier häufiger subjektiv wahrgenommene Nebenwirkungen und solche, die die Lebensqualität beeinträchtigen: zum Beispiel Gewichtsveränderung, Schlafstörungen oder Haarausfall.

am/PZ/NK

Quelle: DOI 10.3238/arztebl.2018.0393

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