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Antidepressiva werden immer häufiger verordnet.

Berufstätige Frauen fallen häufiger wegen psychischer Beschwerden aus als Männer.
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Fr. 27. Juli 2018

Antidepressiva: Verordnungen in 10 Jahren verdoppelt

Die Verordnungen von Antidepressiva an erwerbstätige Männer und Frauen haben sich seit 2007 verdoppelt – von 6,8 Tagesdosen auf 13,5 im Jahr 2017. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Stress am Arbeitsplatz soll ein maßgeblicher Faktor für diese Entwicklung sein.

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Dem Report zufolge lag das Arzneimittelvolumen an Antidepressiva bei Frauen mit 16,9 Tagesdosen deutlich über dem er Männer (10,6 Tagesdosen). Der Unterschied zwischen den Geschlechtern bestätigte sich auch bei den Fehlzeiten am Arbeitsplatz. So fehlten Frauen 2017 im Schnitt 3,42 Tage pro Jahr wegen psychischer Beschwerden, Männer 2,11 Tage. "Psychische Erkrankungen sind bei den Frauen der Hauptgrund, warum sie krankheitsbedingt nicht zur Arbeit gehen können", sagt Wiebke Arps, Expertin für Gesundheitsberichtserstattung bei der TK. Bei Männern stünden psychische Beschwerden an zweiter Stelle als Ursache für Arbeitsunfähigkeit – nach Erkrankungen des Bewegungsapparats.

Sicherlich seien die Gründe für psychische Erkrankungen vielfältig und individuell, heißt es bei der TK. Einer davon sei beispielsweise der zunehmende Stress am Arbeitsplatz – durch ein hohes Arbeitspensum, Termindruck, ständige Erreichbarkeit oder das Betriebsklima. Hier sieht die TK die Arbeitgeber in der Pflicht, Lösungen zu entwickeln, beispielsweise mithilfe eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). Das gehe über klassische Maßnahmen wie Bewegungs- und Entspannungskurse, gesundes Kantinenessen und rückengerechte Bürostühle hinaus. Eine wichtige Stellschraube seien hier die Führungskräfte: "Sie haben eine wichtige Vorbildfunktion. Außerdem trägt ihr Führungsverhalten dazu bei, ob die Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz und die stetigen Veränderungen als Herausforderung annehmen oder als Überforderung erleben", so Arps.

ke/PZ/NK

Quelle: TK-Gesundheitsreport 2018

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