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Bei einem Hitzschlag ist erste Hilfe wichtig.

Ein Hitzschlag kann entstehen, wenn der Körper längere Zeit zu hohen Temperaturen ausgesetzt ist.
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Mi. 08. August 2018

Bei Hitzschlag keine fiebersenkenden Medikamente

Ganz Europa leidet seit Wochen unter der anhaltenden Hitze. Aus diesem Anlass hat die Europa-Abteilung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Tipps gegeben, auch zum Verhalten bei einem Hitzschlag. Dabei kann die Körpertemperatur auf über 40 Grad Celsius steigen. Ein Hitzschlag gilt als medizinischer Notfall und kann unbehandelt tödlich enden.

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Ein Hitzschlag kann entstehen, wenn der Körper sich nicht durch Schwitzen ausreichend abkühlen kann - zum Beispiel, weil zu warme und dicke Kleidung getragen wird oder durch körperliche Anstrengung bei hohen Temperaturen. Warnzeichen sind Schwächegefühl, Schwindel, Angstgefühle, extremer Durst und Kopfschmerzen. Fühlt sich die Haut sehr heiß und trocken an oder treten ein Delir, Krämpfe oder Ohnmacht auf, sollte umgehend ein Arzt gerufen werden.

Als Erste-Hilfe-Maßnahme sollte der Patient an einen kühlen Ort gebracht und seine Beine hochlegt werden; bei Bewusstlosigkeit ist die stabile Seitenlage angezeigt. Wenn der Betroffene dazu in der Lage ist, sollte er etwas trinken, zum Beispiel Wasser oder Saft. Der Körper sollte möglichst von Kleidung befreit werden und mit Coolpacks oder feuchten Lappen im Nacken, unter den Achseln oder in der Leiste gekühlt werden. Zusätzlich soll die Haut mit Wasser besprüht werden und dem Patienten Luft zugefächert werden.

Achtung: Menschen mit erhöhter Körpertemperatur aufgrund eines Hitzschlags dürfen nicht mit fiebersenkenden Arzneimitteln wie ASS, Ibuprofen oder Paracetamol behandelt werden, warnt die WHO. Zum einen helfen diese Medikamente in diesem Fall nicht, zum anderen können sie die Blutgerinnung sowie Nieren- und Leberfunktion negativ beeinflussen.

Do’s and Dont’s bei Sommerhitze

  • Ausreichendes, regelmäßiges Wassertrinken ist das A und O, auch wenn Sie nicht durstig sind. Das Deutsche Rote Kreuz empfiehlt einen Liter Wasser mehr als normalerweise, also etwa drei Liter täglich
  • Bei bestimmten Erkrankungen wie Nieren- oder Herzinsuffizienz die Trinkmenge mit dem Arzt abstimmen
  • Leichte, locker sitzende Kleidung
  • 2 bis 3 Stunden täglich im Kühlen verbringen, zum Beispiel in klimatisierten öffentlichen Gebäuden
  • Nachts und in den frühen Morgenstunden lüften
  • Tagsüber die Wohnung verdunkeln, Türen und Fenster geschlossen halten
  • Wer sich draußen aufhält, muss auf Sonnenschutz und eine Kopfbedeckung achten
  • Duschen oder Baden mit kühlem oder lauwarmen Wasser
  • Kinder und Haustiere niemals im parkenden Auto warten lassen, auch nicht für kurze Zeit
  • Zum Schlafen dünne Bettlaken verwenden
  • Alkohol und Koffein meiden
  • Nicht zu proteinreich essen
  • Tagsüber sollte die Temperatur drinnen unter 32 Grad liegen, nachts unter 25 Grad

dh/PZ/NK

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