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Kinder aus bildungsfernen Familien sind häufiger krank.

Eltern haben einen großen Einfluss auf die gesunde Entwicklung ihrer Kinder.
© Robert Kneschke - stock.adobe.com

Mi. 29. August 2018

Kinder: Wie das Elternhaus die Gesundheit beeinflusst

Karies, Übergewicht, Sprachstörungen: Diese Diagnosen treffen Kinder aus Familien mit niedriger Bildung bis zu dreimal häufiger als Kinder akademisch gebildeter Eltern. Das zeigt der neue Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit, für den die Universität Bielefeld Daten von fast 600.000 Kindern ausgewertet hat.

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Die gesundheitliche Ungleichheit zwischen Familien ist offenbar größer als gedacht: Kinder von Eltern ohne Ausbildungsabschluss sind im Alter zwischen 5 und 9 Jahren bis zu 2,5-mal häufiger fettleibig als Kinder von Akademikereltern. Von 1000 Kindern aus bildungsarmen Familien haben 52 ein krankhaftes Übergewicht, bei Akademikerkindern sind es nur 15 von 1000. Zahnkaries tritt in bildungsarmen Familien 2,8-mal so häufig auf wie beim Nachwuchs von Akademikern. Bei Entwicklungsstörungen wie Sprach- und Sprechproblemen sind Kinder von Eltern ohne Ausbildungsabschluss 45 Prozent häufiger betroffen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Verhaltensstörungen wie der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) mit einem Unterschied von 44 Prozent.

Zudem zeigt die DAK-Studie, dass Kinder bildungsarmer Eltern bis zu 68 Prozent mehr Krankenhausaufenthalte haben und bis zu 43 Prozent mehr Arzneimittel verschrieben bekommen als Kinder von Eltern mit hohem Bildungsabschluss. Im direkten Vergleich hat die Bildung der Eltern insgesamt deutlich größere Auswirkungen auf die Kindergesundheit als das Einkommen.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte begrüßt den Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit und bestätigt einen großen Teil der Ergebnisse. "Wir erleben die unselige Allianz zwischen Bildungsarmut und Krankheitslast täglich in unseren Praxen", sagt Präsident Dr. Thomas Fischbach. Auf Grundlage des Reportes wollen die DAK-Gesundheit und der Verband die bestehende Versorgung von Kindern und Jugendlichen weiter optimieren.

DAK/NK

Quelle: DAK Kinder- und Jugendreport 2018

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