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Thomas Preis: „Wir brauchen die flächendeckende Versorgung durch Apotheken und durch Ärzte“

Thomas Preis: „Wir brauchen die flächendeckende Versorgung durch Apotheken und durch Ärzte“
© PZ/ Alois Müller

Mo. 12. November 2018

Apotheken – wichtige Säule der Notfallversorgung

Wer außerhalb der Sprechzeiten medizinische Hilfe benötigt, kann die Notfall-Nummern 112 oder 116 117 wählen. Eine dritte, oft unterschätze Säule in der Notfallversorgung sind die Apotheken. Diese muss geschützt werden, darin waren sich die Teilnehmer des vom Apothekerverband Nordrhein e.V. durchgeführten OTC-Gipfels 2018 in Düsseldorf einig.

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"Es ist wichtig, eine Diskussion darüber zu führen, dass Apotheken ebenfalls eine wichtige Anlaufstelle im Notdienst sind", sagt Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbands Nordrhein e.V. Denn es sind durchaus nicht wenige Patienten, die während der Nacht- und Notdienstzeiten die Apotheke aufsuchen. Oft geht es dabei um Arzneimittel auf Rezept, noch häufiger um rezeptfreie Medikamente wie Nasenspray, Schmerzmittel oder die "Pille danach". Neben der Versorgung mit Arzneimitteln haben Apotheken als niedrigschwellige Anlaufstelle zudem auch Lotsenfunktion. "Wir brauchen die flächendeckende Versorgung durch Apotheken und durch Ärzte", betonte Preis.

Viele subjektiv als Notfall wahrgenommene Gesundheitsbeschwerden, wie Zahnschmerzen oder ein Migräne-Anfall, können schon mithilfe rezeptfreier Medikamente gelindert werden. Andere benötigen ein Rezept. Um ambulante Notfall-Anlaufstellen zu entlasten, Patienten Zeit zu sparen und Apotheken zu stärken, sei zu überlegen, ob man nicht den ein oder anderen Wirkstoff aus der Rezeptpflicht zu entlassen könnte, so Gesundheitsökonom Prof. Dr. Uwe May von der Hochschule Fresenius. In anderen Ländern etwa gebe es mehr Wirkstoffe rezeptfrei als bei uns. Ein vielversprechender Kandidat für einen solchen Switch wären aus seiner Sicht zum Beispiel antibiotische Augentropfen oder –salben zur Behandlung einer Bindehautentzündung, medizinisch Konjunktivitis, die es derzeit nur auf ärztliches Rezept gibt.

Eine andere Idee zur Verbesserung der Notfallversorgung warf Dr. med. Carsten König, stellvertretender Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein ins Rennen: Eine Notfallapotheke immer dort etablieren, wo auch eine Notfallpraxis oder Portalpraxis ist. Aus Sicht von König macht es keinen Sinn, den ambulanten und stationären Sektor enger zusammenzuführen, Ersteinschätzungsverfahren zu etablieren und Rettungsdienste einzubinden und eine wichtige Säule – die Apotheken – außen vor zu lassen. Eine Idee, für die sich auch Lutz Engelen, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein, erwärmen konnte – zumindest in der Theorie. Aus Sicht des Apothekervertreters liegt die Umsetzbarkeit jedoch noch in weiter Ferne: "Vorher müssten viele Gesetze auf Bundesebene geändert werden", so Engelen.

HH

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