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Die Zahl der Syphilis-Infektionen nimmt seit Jahren zu.

Syphilis ist eine Infektionskrankheit, die vor allem beim Geschlechtsverkehr übertragen wird.
© Dmitriy Kapitonenko - stock.adobe.com

Di. 20. November 2018

Syphilis wird sich weiter ausbreiten

Syphilis ist vor allem eine Männerkrankheit: Das zeigen aktuelle Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI). Die Experten befürchten, dass die Zahl der Infektionen weiter steigen wird. Vor allem Männer, die Sex mit Männern haben, sind betroffen.

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Das RKI geht davon aus, dass die Syphilis-Infektionen im kommenden Jahr weiter steigen werden. Grund dafür sei die HIV-Präexpositions-Prophylaxe (PrEP), die ab 2019 für gesetzlich Krankenversicherte mit erhöhtem HIV-Infektionsrisiko zur Kassenleistung werden soll. Das könne dazu verleiten, sich beim Sex nicht mehr ausreichend zu schützen: Fatal, denn die PrEP schützt zwar vor HIV, nicht aber vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) wie Syphilis. "Hier wird es darauf ankommen, ein ausreichend häufiges Screening auf Syphilis und andere wichtige STI zu etablieren, um diese möglichst schnell zu diagnostizieren und zu therapieren«, schreiben die Experten im aktuellen Epidemiologischen Bulletin. Die aktuellen Leitlinien zur PrEP sehen eine Aufklärung und Syphilis-Testung für PrEP-Nutzer vor Beginn der PrEP sowie danach in einem Abstand von drei Monaten vor.

Im Jahr 2017 wurden dem RKI insgesamt 7.476 Syphilis-Fälle gemeldet. Die Zahl der gemeldeten Fälle stieg im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 Prozent. Betroffen sind vor allem Männer, die Sex mit Männern haben: "Bei Meldungen mit Angaben zum Infektionsrisiko betrug der Anteil der Fälle, die vermutlich über sexuelle Kontakte zwischen Männern übertragen wurden, 83,5 Prozent«, meldet das RKI. Fast die Hälfte von ihnen (47,6 Prozent) ist auch mit HIV infiziert. 55 Meldungen (5,9 Prozent) kamen von Männern, die Kontakte zu Sexarbeiterinnen oder Sexarbeitern hatten. Nur in 30 Fällen (6,7 Prozent) waren die Patienten weiblich. In drei Fällen wurde die Krankheit während der Geburt von der Mutter auf das Neugeborene übertragen.

dh/PZ/NK

Quelle: Epidemiologisches Bulletin 46/2018

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