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In vielen Packungsbeilagen fehlen Hinweise zur Anwendung von Wirkstoffpflastern.

Wirkstoffpflaster werden auf die Haut aufgeklebt und entfalten ihre Wirkung im gesamten Körper.
© iStock.com/Gligatron

Mi. 03. April 2019

Wirkstoffpflaster: In Packungsbeilagen fehlen Hinweise

In vielen Beipackzetteln fehlen wichtige Hinweise darüber, wie Wirkstoffpflaster richtig anzuwenden sind. Das berichten Forscher aus Heidelberg nach einer aktuellen Analyse von 81 Präparaten. Patienten lassen sich die richtige Anwendung der Pflaster am besten in der Apotheke erklären, empfiehlt die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V. in einer Pressemeldung.

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Die Informationen, die in Packungsbeilagen zum Umgang mit Wirkstoffpflastern stehen, sind unzureichend: Kein einziger der 81 Beipackzettel, den die Forscher des Universitätsklinikums Heidelberg untersucht hatten, enthielt alle notwendigen Anwendungshinweise. "Verlassen Sie sich nicht alleine auf die Packungsbeilage, sondern lassen Sie sich die korrekte Anwendung in Ihrer Apotheke vor Ort demonstrieren", rät Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer.

"Bei dieser Arzneiform passieren leicht Fehler. Zum Beispiel dürfen Schmerzpflaster nicht gleichzeitig auf verschiedene Gelenke geklebt werden, denn dann käme es zu gefährlichen Überdosierungen", erklärt Benkert. Sie dürfen außerdem nur auf intakte Haut geklebt werden, die vorher mit Wasser, aber ohne Seife gereinigt worden ist. Das sorgt dafür, dass das Pflaster gut haftet und der Wirkstoff langsam über die unverletzte Haut aufgenommen wird. Wirkstoffpflaster sollten außerdem nicht zerschnitten werden: Erstens haften sie dann nicht mehr gut und zweitens kann aus einem beschädigten Pflaster zu viel Wirkstoff in die Haut gelangen. Nachdem ein Pflaster abgelöst wurde, wird frühestens eine Woche später ein anderes Pflaster auf dieselbe Hautstelle geklebt. Die benutzten Pflaster am besten mit den Klebeseiten nach innen falten und in einem geschlossenen Behälter entsorgen. Sie dürfen nicht in die Hände von Kindern geraten, da selbst nach einer mehrtägigen Anwendung noch erhebliche Wirkstoffmengen vorhanden sind.

Arzneipflaster entfalten ihre Wirkung im gesamten Körper. Sie kommen unter anderem gegen starke Schmerzen, bei Parkinson oder zur Raucherentwöhnung zum Einsatz. Einige Präparate enthalten Hormone und helfen gegen Wechseljahresbeschwerden.

ABDA/NK

Quelle: DOI 10.1055/a-0722-7419

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