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Eine schlechte Mundhygiene erhöht auch das Krebsrisiko.

Regelmäßiges Zähneputzen und Besuche beim Zahnarzt beugen nicht nur Karies und Zahnfleischentzündungen vor.
© Warren Goldswain - Fotolia

Mi. 19. Juni 2019

Schlechte Mundgesundheit erhöht Risiko für Leberkrebs

Neue Untersuchungen von Forschern der Queen's University in Belfast ergaben, dass eine schlechte Mundgesundheit mit einem um 75 Prozent erhöhten Risiko für die häufigste Form von Leberkrebs verbunden ist, dem sogenannten hepatozellulären Karzinom.

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Für die Studie wurden Daten von mehr als 469.000 Menschen in Großbritannien analysiert. Auf der Suche nach Zusammenhängen zwischen der Mundgesundheit und dem Risiko für eine Reihe von Magen-Darm-Tumoren, Leber- und Bauchspeicheldrüsenkrebs wurden die Forscher fündig: Eine schlechte Mundgesundheit, die sich durch schmerzendes oder blutendes Zahnfleisch, Mundgeschwüre und lose Zähne bemerkbar macht, war bei Personen mit Leberkrebs häufiger zu beobachten. Zwischen Tumoren des Magen-Darm-Trakts und der Mundhygiene wurden dagegen keine Zusammenhänge gefunden.

Während der durchschnittlich sechs Jahre andauernden Beobachtungszeit entwickelten 4.069 Personen Magen-Darm-Krebs. In 13 Prozent dieser Fälle berichteten die Patienten von einer schlechten Mundgesundheit. Sie waren häufiger jünger und/oder weiblich, lebten eher in sozial benachteiligten Gegenden und aßen wenig Obst und Gemüse.

Der genaue Mechanismus, wie eine schlechte Mundgesundheit mit Leberkrebs in Verbindung steht, bleibt ungewiss. Eine mögliche Erklärung wären Veränderungen des Mund- und Darmmikrobioms: "Die Leber trägt zur Beseitigung von Bakterien aus dem menschlichen Körper bei", erklärte Dr. Haydée WT Jordão vom Zentrum für öffentliche Gesundheit an der Queen's University in Belfast. "Wenn die Leber von Krankheiten wie Hepatitis, Leberzirrhose oder Krebs befallen wird, nimmt ihre Funktion ab, die Bakterien überleben dann länger und können möglicherweise mehr Schaden anrichten." Es könnte aber auch daran liegen, dass Menschen, denen viele Zähne fehlen, ihre Ernährung ändern und weichere sowie möglicherweise weniger nahrhafte Lebensmittel konsumieren, was ebenfalls das Leberkrebsrisiko beeinflusst.

ZOU

Quelle: DOI 10.1177/2050640619858043

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