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Soziale Netzwerke haben nicht nur positive Auswirkungen auf uns.

Wer viel auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken unterwegs ist, vergleicht sich ganz automatisch mehr mit anderen Personen.
© fizkes/iStockphoto

Fr. 13. März 2020

Soziale Netzwerke: Weniger macht glücklich

Zwei Wochen lang 20 Minuten weniger Zeit pro Tag auf Facebook: Zu diesem Experiment luden Forscher aus Bonn knapp 140 Testpersonen ein. Die Teilnahme lohnte sich: Hinterher bewegten sie sich mehr, rauchten weniger und waren zufriedener. Die positiven Effekte waren sogar drei Monate später noch zu spüren.

Personen, die ihre Zeit in dem sozialen Netzwerk reduziert hatten, nutzten die Plattform sowohl aktiv als auch passiv weniger. "Das ist bedeutsam, denn besonders die passive Nutzung führt dazu, sich mit anderen zu vergleichen, und somit zu Neid und einer Senkung des psychischen Wohlbefindens", sagt Studienleiterin Dr. Julia Brailovskaia von der Ruhr-Universität Bochum. Darüber hinaus rauchten sie weniger Zigaretten als zuvor, bewegten sich körperlich mehr, ihre Zufriedenheit stieg und sie zeigten weniger depressive Symptome.

Positive Effekte halten an

Das Forscherteam gewann für die Studie 286 Personen, die Facebook im Durchschnitt mindestens 25 Minuten täglich nutzten. Die durchschnittliche Nutzungsdauer pro Tag lag bei gut einer Stunde. Eine Hälfte nutzte Facebook weiter so wie immer, die andere Gruppe reduzierte ihre Nutzung für zwei Wochen um 20 Minuten täglich. Vor Beginn der Studie, nach einer Woche, am Ende des zweiwöchigen Experiments, einen Monat und drei Monate später wurden alle Teilnehmer anhand von Online-Fragebögen getestet. Die positiven Effekte blieben nach der zweiwöchigen Facebook-Reduktion bis zum letzten Untersuchungszeitpunkt drei Monate nach dem Experiment erhalten.

Kompletter Verzicht ist nicht nötig

Unterm Strich sehen die Forscher in diesen Ergebnissen einen Hinweis darauf, dass etwas weniger Zeit täglich in sozialen Netzwerken bereits ausreichen, um ein Suchtverhalten zu vermeiden, das Wohlbefinden zu steigern und einen gesünderen Lebenswandel zu unterstützen. "Ein totaler Verzicht auf die Nutzung der Plattform ist dafür gar nicht nötig", sagt Brailovskaia.

NK

Quelle: DOI 10.1016/j.chb.2020.106332

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