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Die Wirkung von Cannabidiol (CBD) wird bei einer Vielzahl von Beschwerden beworben.

Mittlerweile gibt es unzählige Produkte, die Cannabidiol (CBD) enthalten, zum Beispiel Öl, Tropfen, Körperpflege, Kapseln oder Pulver.
© iStock.com/Tinnakorn Jorruang

Mi. 19. August 2020

CBD-Tropfen können riskant sein

Ob Öle, Tropfen, Kaugummis oder Kekse: Produkte mit Cannabidiol (CBD) erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit. Sie sollen gegen zahlreiche Beschwerden wie Schlafstörungen, Schmerzen oder Ängste helfen. Die Produkte bergen jedoch auch Risiken, von denen viele Patienten nichts wissen.

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CBD-Produkte werden oft als wahre Wundermittel angepriesen - ohne dass sie jedoch als Arzneimittel geprüft und zugelassen sind. Ganz unbedenklich, so wie viele Patienten meinen, sind die Produkte aber nicht: Häufig enthalten die Öle oder Lebensmittel neben CBD auch bedenkliche Mengen des psychoaktiven Wirkstoffs Tetrahydrocannabinol (THC), warnt die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) in einer Pressemitteilung.

Hohe THC-Werte in CBD-Produkten sind riskant

CBD ist ein Inhaltsstoff der Cannabispflanze, der keine psychoaktive Wirkung hat. Eine berauschende Wirkung hingegen hat der Inhaltsstoff THC, der in frei verkäuflichen Hanfprodukten und Lebensmitteln nur zu 0,2 Prozent enthalten sein darf. Dieser Grenzwert wird jedoch oft nicht eingehalten. Hierüber informierte erst Anfang August der baden-württembergische Verbraucherschutzminister Peter Hauk anlässlich der Vorstellung aktueller Daten der Lebensmittelüberwachung des Bundeslandes. Demnach wurde mehr als die Hälfte von 49 Lebensmittelproben von CBD-Produkten als nicht sicher eingestuft – in den meisten Fällen aufgrund erhöhter THC-Werte.

Verkehrstüchtigkeit wird beeinträchtigt

Bereits 2018 hatte das Bundesinstitut für Risikobewertung festgestellt, dass die THC-Richtwerte häufig überschritten werden, nicht selten um das 10.000-fache. Durch den Verzehr hanfhaltiger Lebensmittel könnten THC-Dosen erreicht werden, "die im Bereich der arzneilich eingesetzten Dosen von ≥ 2,5 Milligramm (mg) pro Person und Tag liegen." Dies könne beispielsweise eine verminderte Reaktionsfähigkeit oder Müdigkeit zur Folge haben, die etwa eine Teilnahme im Straßenverkehr riskant mache und mitunter sogar zu positiven Urintests bei Doping-Kontrollen führe.

Die UPD kritisiert, dass die rechtliche Lage und die uneinheitlichen Kontrollen von CBD-Präparaten für Laien kaum zu durchschauen seien. "Neben dem finanziellen Schaden der bestenfalls wirkungslosen Produkte mehren sich die Hinweise, dass CBD-haltige Lebensmittel teilweise unsicher sind", resümiert Dr. Johannes Schenkel, ärztlicher Leiter der UPD.

NK

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