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Gunter und Mirja Sachs

Gunter Sachs und seine Frau Mirja bei einer Veranstaltung im Jahre 2008. Sachs nahm sich das Leben, weil er befürchtete, an Alzheimer-Demenz erkrankt zu sein.
© Burda live

Mo. 16. Mai 2011

Alzheimer: die Vorzeichen und Therapiechancen

Der Tod des bekannten Kunstsammlers und Fotografen Gunter Sachs hängt eng mit dem Thema Alzheimer-Demenz zusammen. Sachs nahm sich das Leben, weil er befürchtete, daran erkrankt zu sein. Doch wie wirkt sich diese mysteriöse Hirnerkrankung aus und was kann man dagegen tun?

Laut seines jüngst veröffentlichten Abschiedsbriefs bemerkte Sachs bei sich eine zunehmende Vergesslichkeit sowie die Verschlechterung seines Gedächtnisses und Sprachschatzes. Der 78-Jährige vermutete, an Alzheimer erkrankt zu sein, und befürchtete den Verlust der geistigen Kontrolle über sein Leben. Einen Zustand, den er als würdelos empfand.

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Das Kurzzeitgedächtnis leidet zuerst

Tatsächlich kennzeichnet Vergesslichkeit den Beginn dieser schleichenden Erkrankung der Hirnnerven. Das Kurzzeitgedächtnis und die sprachlichen Fähigkeiten leiden zuerst. Während die Patienten ihren Alltag anfangs noch wie gewohnt selbst gestalten können, fällt es ihnen nach und nach schwerer, Tätigkeiten im Haushalt auszuführen oder sich anzukleiden. Darüber hinaus können sie sich immer schlechter zeitlich und räumlich orientieren. Persönlichkeit und Verhalten ändern sich. Ein Prozess der meist in höherem Lebensalter beginnt und langsam bis zum vollständigen Verlust von Gedächtnis, Orientierung und Sprache fortschreitet.

Da die Ursachen der Erkrankung bisher nicht vollständig bekannt sind, gibt es kein Heilmittel gegen die Alzheimer-Demenz. Mediziner versuchen mit Arzneimitteln, einerseits die Nervenzellen zu schützen und die Lernfähigkeit zu verbessern und andererseits Erregung, Aggressivität oder Wahnvorstellungen zu lindern. Auch Verhaltenstherapie kommt zum Einsatz, damit die Patienten selbstständiger werden und sich das Sozialverhalten bessert. Der Fortschritt der Alzheimer-Erkrankung lässt sich durch alle diese Maßnahmen jedoch nicht aufhalten.

Demenz nicht immer Alzheimer

Neuroradiologen entdecken mit Hilfe der Computer- oder Magnetresonanztomographie immer häufiger behandelbare Formen von Demenzerkrankungen. Daher sollte diese Untersuchung bei jedem Demenzkranken mindestens einmal durchgeführt werden, fordern sie. So lasse sich mittels Computertomographie zum Beispiel ein Stau von Hirnflüssigkeit im Gehirn, ein sogenannter Wasserkopf, der ebenfalls Ursache einer Demenz sein kann, leicht erkennen und anschließend operativ beheben. Die Verfahren erhöhen die Sicherheit von Diagnosen und helfen, den Verlauf einer Erkrankung zuverlässiger zu beurteilen.

Rechtzeitig vorbeugen

Einige Studien deuten jedoch darauf hin, dass sich dieser Erkrankung in gewisser Weise vorbeugen lässt. Dabei kommen mit gesunder Ernährung und einem körperlich aktiven Lebensstil ähnliche Maßnahmen zum Tragen, die sich zur Vorsorge von Zivilisationserkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes eignen. Darüber hinaus sollen geistig anspruchsvolle Tätigkeiten, eine gute Bildung oder Rauchverzicht ebenfalls einen gewissen Schutz bieten. Wichtig ist überdies, einen eventuell erhöhten Blutdruck und Blutfettspiegel zu normalisieren.

Die Alzheimer-Erkrankung ist ein Top-Thema unter Wissenschaftlern. Weltweit wird intensiv an Ursachen und Behandlungsmethoden geforscht. Diese Anstrengungen tragen dazu bei, die Krankheit besser zu verstehen, um ihr beizukommen.

Apotheker Rüdiger Freund

Links zum Thema Alzheimer

  • Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft informiert umfassend über die Erkrankung und nennt hilfreiche Tipps und Adressen.
  • Die Website der Alzheimer Forschung Initiative e.V. bietet Neuigkeiten und Wissenswertes rund um die Erkrankung und aktuelle Forschungsprojekte. Hier können auch Broschüren für Angehörige bestellt werden.
  • Die Hans und Ilse Breuer Stiftung fördert die Forschung zu Demenzerkrankungen und vergibt dazu jährlich den mit 100 000 Euro dotierten Alzheimer-Forschungspreis. Außerdem unterstützt die Stiftung Projekte zur Versorgung, Betreuung und Therapie.

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