Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Antiraucherpille: Schlecht fürs Herz

Aktuelles

Zigarette und Bier

Viele Raucher sahen in Vareniclin die Hoffnung ihre Sucht erfolgreich zu überwinden.
© Techniker Krankenkasse/Michael Zapf

Di. 05. Juli 2011

Antiraucherpille erhöht Risiko für Herzbeschwerden

Die Antiraucherpille mit dem Wirkstoff Vareniclin erhöht das Risiko, wegen eines Herzinfarkt oder anderer Herzbeschwerden ins Krankenhaus eingeliefert zu werden, um 72 Prozent.

Anzeige

Das ist das Ergebnis einer kanadischen Studie, die im Fachblatt Canadian Medical Association Journal veröffentlicht wurde. Die Forscher untersuchten mehrere Studien mit insgesamt über 8200 gesunden Menschen, die entweder die Antiraucherpille oder ein Plazebo bekamen. Das Ergebnis: die Probanden, die Vareniclin einnahmen, mussten deutlich häufiger wegen eines Herzinfarktes oder Herzrhythmusstörungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. "Menschen wollen das Rauchen aufgeben, um ihr Risiko für Herzerkrankungen zu senken, aber in diesem Fall nehmen sie ein Medikament, das das Risiko für genau die Erkrankungen erhöht, die sie vermeiden wollen", fasst Sonal Singh von der Johns Hopkins Universität und Leiter der Studie.

Als die ersten Präparate mit dem Wirkstoff Vareniclin im Frühjahr 2007 auf den deutschen Markt kamen, verbanden viele Raucher damit die Hoffnung, endlich von ihrem Laster loszukommen. Studien hatten gezeigt, dass Raucher, die die Pille einnahmen, eine bis zu dreifach höhere Chance haben, dauerhaft die Finger vom Glimmstängel zu lassen, als diejenigen, die ein Plazebo nahmen. Doch schon frühere Unteruschungen zeigten, dass das Medikament nicht ohne Nebenwirkungen ist: nach Ansicht der Autoren verursacht es Bewusstseins- und Sehstörungen, Gewalt, Depressionen, verschlechtert Diabetes und erhöht sogar das Selbstmordrisiko. Die deutsche Arzneimittelkommission hat das Medikament daher als Mittel zweiter Wahl bei der Rauchentwöhnung eingestuft. 90 Prozent der Ex-Raucher schaffen den Ausstieg ohnehin ganz allein und ohne medikamentöse Unterstützung.

KK

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

STIKO empfiehlt Gürtelrose-Impfung

Ein neuer Totimpfstoff wird allen Personen ab 60 Jahren empfohlen.

Zähne: Viele Kinder putzen zu selten

20 Prozent schaffen es nicht, zweimal täglich die Zähne zu putzen.

Apotheker sollen fair vergütet werden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die Arzneimittelversorgung in Deutschland reformieren.

Antibabypille Trigoa wird zurückgerufen

Bei einigen Packungen drohen Anwendungsfehler und ungewollte Schwangerschaften.

Apotheker sammeln Spenden

Welche Organisationen und Projekte um Hilfe bitte, lesen Sie hier.

Stefanie Tücking: Todesursache bekannt

Die SWR3-Moderatorin ist an einer Lungenembolie gestorben.

Statine werden zu häufig verordnet

Ärzte vernachlässigen offenbar zu häufig die Gefahr von Nebenwirkungen.

Schadstoffe im Weihnachtsgebäck

Lebkuchen, Stollen & Co sind in diesem Jahr seltener mit Acrylamid belastet.

Kinderlose Senioren sind nicht einsam

Wer keine Kinder hat, pflegt im Alter engere Beziehungen zu Freunden und Bekannten.

NAI vom 1.12.2018: Weihnachts-Spezial

Im Themenspezial der Neuen Apotheken Illustrierten dreht sich alles um Weihnachten.

Weihnachtspflanzen sind oft giftig

Amaryllis, Weihnachtsstern & Co können starke Vergiftungen auslösen.

Lesertelefon: Sicher Auto fahren im Alter

Experten beantworten Fragen zum Thema Fahrfitness im Alter.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen