Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Dauerhaft mehrere Medikamente

Aktuelles

Arzneimittel Medikament Polymedikatio

Dosierhilfen verbessern den Überblick, wenn man dauerhaft mehrere Medikamente einnehmen muss.
© ABDA

Di. 30. August 2011

Bei mehr als 5 Medikamenten den Überblick behalten

Rund sieben Millionen Bundesbürger brauchen dauerhaft fünf oder mehr Medikamente. Fachleute nennen das "Polymedikation". "Vor allem ältere oder mehrfach erkrankte Menschen sind von Polymedikation betroffen. Diese Patienten bekommen pro Jahr durchschnittlich 65 Arzneimittel verordnet, die Selbstmedikation ist dabei noch nicht erfasst", so Friedemann Schmidt, Vizepräsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Privatpatienten sind bei dieser Schätzung nicht berücksichtigt.

Anzeige

"Die erste Tablette eine halbe Stunde vor dem Frühstück, zwei zum Frühstück, eine davon nochmals zum Abendessen, vor dem Schlafengehen Tropfen und zweimal pro Woche ein Wirkstoffpflaster: Je mehr Medikamente ein Patient braucht, desto schwerer fällt es ihm, den Überblick zu behalten", sagt Schmidt. Wird durch einen Rabattvertrag ein Präparat gegen ein wirkstoffgleiches ausgetauscht, können die Tabletten zusätzlich anders aussehen als gewohnt. Da ist es leicht verständlich, dass sich viele Patienten überfordert fühlen. Apotheker und Ärzte können diesen Patienten mit einem individuellen Medikationsmanagement helfen.

Mit der Anzahl der gleichzeitig angewendeten Wirkstoffe steigt auch das Risiko für Wechselwirkungen. Wenn verschiedene Ärzte Medikamente verordnen, kann der Apotheker Wechselwirkungen erkennen und mögliche Probleme gemeinsam mit dem verordnenden Arzt lösen. Für Patienten sind Doppelverordnungen nicht ohne weiteres erkennbar, wenn die Präparate unterschiedlich heißen. Schmidt: "Mein Rat an Patienten: Berichten Sie Ihrem Arzt oder Apotheker von allen Präparaten, die sie einnehmen. Nur wenn Patienten, Ärzte und Apotheker eng zusammenarbeiten, ist die Arzneimitteltherapie sicher."

Die ABDA und die Kassenärztliche Bundesvereinigung haben in ihrem "Zukunftskonzept" Maßnahmen vorgestellt, wie sie die Arzneimitteltherapie preiswerter und besser gestalten können. Auf Basis einer Wirkstoffverordnung und einer Medikationsliste wollen die Heilberufler ein gemeinsames Medikationsmanagement anbieten.

ABDA

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Richtig Essen bei hohem Cholesterin

In einer neuen Serie überprüft die NAI Fakten und Mythen rund um die Ernährung.

Schweinefleisch ist oft verunreinigt

Jedes zehnte Schweinefleischprodukt ist mit Hepatitis-E-Viren kontaminiert.

Apotheker helfen bei häuslicher Gewalt

Betroffene können in Apotheken mit einem Codewort unauffällig um Hilfe bitten.

Mehr FSME-Fälle als je zuvor

Die Corona-Pandemie könnte dazu beigetragen haben, glauben Experten.

Vegane Ernährung: Häufig fehlt es an Jod

Einige Veganer haben sogar einen schweren Mangel an dem Spurenelement.

Corona: Visier schützt nicht so gut wie Maske

Forscher zeigen mithilfe von Videos, wie sich Tröpfchen trotz Visier verteilen können.

Viele Jugendliche liegen nachts wach

Die Zahl der jungen Menschen, die schlecht schlafen, hat drastisch zugenommen.

Dr. Andreas Kiefer ist verstorben

Der Präsident der Bundesapothekerkammer ist im Alter von 59 Jahren verstorben.

Warum es schlecht ist, schlecht zu hören

Alles rund um das Thema „Gut hören“ erfahren Sie im neuen Themenspezial der Neuen Apotheken Illustrierten.

Bluter-Arzneimittel ab sofort in der Apotheke

Patienten mit Hämophilie werden ab September in der Apotheke vor Ort mit Medikamenten versorgt.

Mehr Klarheit über Corona-Tests

Wie sicher sind die Tests, und wer soll getestet werden? Viele Fragen sind noch offen.

Nahrungsergänzung ist oft überdosiert

Über die Hälfte aller Vitamin- und Nährstoffpräparate sind zu hoch dosiert.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen