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Wehende Europaflagge

In Europa arbeiten Ärzte und Apotheker auf unterschiedliche Arten zusammen
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Do. 30. Juni 2011

Europas Apotheker fordern verbindliche Absprachen

Arzt und Apotheker kümmern sich um die Gesundheit ihrer Patienten. Lange Zeit hat dies jeder Beruf für sich getan, heute arbeiten die beiden Professionen immer häufiger zusammen. Ein europäischer Trend, wie ein Symposium Ende Juni in Berlin offenbarte.

In der Eröffnungsrede des europäischen Apothekersymposiums offenbarte der Präsident der europäischen und der deutschen Apothekervereinigung, Heinz-Günter Wolf, seine Auffassung von einer umfassenden Versorgung der Patienten: "Die Apotheke ist keine Insel. In all unseren Ländern ist die Apotheke tief in das Gesundheitssystem eingebettet." Die Zusammenarbeit mit den Ärzten sei heute an der Tagesordnung.

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Langfristigen Erfolg hat die Kooperation aber nur, wenn sie auf einem festen Fundament steht, wenn es verbindliche Absprachen gibt. In Deutschland haben die höchsten Gremien der beiden Heilberufe eine solche Vereinbarung bereits vor einiger Zeit getroffen. In den Grundzügen steht das Konzept. Es wendet sich an Senioren, die regelmäßig mindestens fünf Arzneimittel nehmen. Geplant ist, dass jeweils ein Arzt und ein Apotheker für den Patienten verantwortlich sind. Sie überprüfen zuerst, ob sich die einzunehmenden Arzneimittel, auch selbstgekaufte, vertragen. Wenn nicht, werden Medikamente ausgetauscht. Nach diesem Eingangs-Check teilen sich Ärzte und Apotheker die Arbeit. Die Ärzte verordnen einen Wirkstoff und legt die Dosierung fest, der Apotheker wählt das Medikament aus. Bislang ist dies noch reine Theorie. Ärzte und Apotheker wollen ihr Konzept aber möglichst bald erproben.

In Großbritannien arbeiten Ärzte und Apotheker schon längere Zeit zusammen. Die britische Form der Arbeitsteilung zwischen den Heilberufen wäre allerdings in Deutschland undenkbar und ist auch nicht wirklich wünschenswert. Wie einige andere Gesundheitsberufe dürfen die britischen Apotheker nämlich selbst Arzneimittel verordnen. In Großbritannien werden Patienten meist in Gesundheitszentren versorgt. Hier arbeiten Ärzte, Apotheker, Krankenschwestern und Pfleger zusammen.

Dabei haben die Apotheker unter anderem die Aufgabe, die Verordnungen der Ärzte zu kontrollieren und wenn sie es für nötig halten, auch zu korrigieren. Apotheker und auch Krankenschwestern dürfen sogar Arzneimittel selbst verordnen, wenn sie in einer entsprechende Zusatzausbildung gelernt haben, wie sie eine Therapie festlegen. Die Diagnose bleibt allerdings Aufgabe des Arztes. Nach einer Untersuchung der Keele Universität, verordnen die Apotheker sicher und effektiv. Die meisten Patienten sind mit der Arbeit der Apotheker zufrieden.

Seit Jahren eingeübt ist auch die Zusammenarbeit von Ärzten und Apothekern in den Niederlanden. Auch hier gibt es Gesundheitszentren, in denen verschiedene Gesundheitsberufe zusammenarbeiten. Die Diagnose bleibt Aufgabe des Arztes, sie besprechen die Anwendung der Arzneimittel aber mit Apothekern. Vor allem bei älteren Patienten mit mehreren Erkrankungen ist dies die Regel. Eine Untersuchung, das Akelei Elderly Projekt, hat gezeigt, dass sich so die Qualität der Therapie verbessern lässt. Die Senioren profitieren davon, denn sie bleiben länger gesund und damit auch länger in ihrer häuslichen Umgebung. Davon haben wiederum die Krankenkassen einen Vorteil, denn sie müssen weniger für die Heimunterbringung ausgeben.

Sparen kann man übrigens auch mit dem deutschen Konzept. Nach Berechnungen der Ärzte und Apotheker, müssten die Krankenkassen pro Jahr für Arzneimittel 2 Milliarden Euro weniger ausgeben.

PZ/DR

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