Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Finanzielle Schieflage der Apotheken

Aktuelles

Apotheke

Im 1. Quartal 2011 mussten 52 Apotheken schließen, teilt der Deutsche Apothekerverband (DAV) mit.
© ABDA

Mi. 29. Juni 2011

Finanzielle Schieflage: Immer mehr Apotheken schließen

Im 1. Quartal 2011 mussten 52 Apotheken schließen, teilt der Deutsche Apothekerverband (DAV) mit. Durch die sinkenden Roherträge und Betriebsergebnisse geraten viele Apotheken aktuell in Existenznot.

Zu den sinkenden Arzneimittelausgaben tragen die Apotheken maßgeblich bei – beispielsweise durch einen drastisch erhöhten Zwangsabschlag zugunsten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Zusätzlich werden die Apotheken vom Pharmagroßhandel belastet, der die eigentlich durch ihn zu leistenden Sparbeiträge an die Apotheken durchreicht. Zusätzliche Belastungen entstehen durch geringere Umsätze in der Selbstmedikation sowie durch deutlich höhere Kosten, verursacht beispielsweise durch den von den Arzneimittelrabattverträgen ausgelösten Mehraufwand in der Apotheke.

Anzeige

Durch die Anhebung des Zwangsabschlags von 1,75 auf 2,05 Euro pro abgegebener Arzneimittelpackung haben die Apotheken allein im 1. Quartal 2011 den Kassen rund 46 Mio. Euro zusätzlich gespart. Im 1. Quartal 2010 mussten sie insgesamt 257 Mio. Euro Abschlag an die GKV zurückerstatten, im 1. Quartal 2011 waren es 303 Mio. Euro.

DAV-Vorsitzender Fritz Becker: "Während die Kassen für ihre Verwaltung erneut deutlich mehr ausgeben, wird die Arzneimittelversorgung durch die Apotheke abgewürgt. Wir fordern vom Gesetzgeber deshalb, den Zwangsabschlag umgehend wieder auf das alte Maß von 1,75 Euro zu reduzieren."

Nach Angaben des Bundesgesundheits­ministeriums sind die GKV-Arzneimittelausgaben im 1. Quartal 2011 um 4,8 Prozent gesunken. Das Arzneimittelmarkt­neuordnungsgesetz (AMNOG), das zu Jahresbeginn in Kraft trat und den Zwangsabschlag der Apotheken erhöhte, ist ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung. Die eigentlich zusätzlich vom Pharmagroßhandel zu leistenden AMNOG-Sparbeiträge werden nach aktuellen Marktzahlen durch die wenigen, den Markt dominierenden Großhändler umfassend an die Apotheken durchgereicht. Das führt zu einer Belastung von rund 400 Millionen Euro in diesem Jahr ­ und dies bei einer ohnehin schon prekären Lage in den Apotheken.

ABDA/PZ

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Krankschreibung per Telefon möglich

Die Regelung gilt ab heute für Patienten mit Erkrankungen der oberen Atemwege.

Corona: Botendienst der Apotheke nutzen

Durch diesen Service der Apotheken lässt sich die Ausbreitung des Virus weiter eindämmen.

Die besten heimischen Superfoods

Superfoods müssen nicht teuer sein und aus exotischen Ländern importiert werden.

Knochenbruch durch Osteoporose

Experten beraten am 15. Oktober zur Knochenschwundfraktur, die bei Osteoporose auftreten kann.

Demenz, Parkinson & Co auf dem Vormarsch

Mehr als jeder zweite Europäer leidet unter einer neurologischen Erkrankung.

Corona-Warn-App jetzt nutzen

Angesichts steigender Infektionszahlen ist es wichtig, dass viele Menschen die App nutzen.

Karies wird bei Kindern unterschätzt

Karies tritt bei Kindern und Jugendlichen häufiger auf als bislang gedacht.

Grippe: Erster Patient in Apotheke geimpft

In Bornheim bei Bonn hat der erste Patient eine Grippeimpfung in einer deutschen Apotheke erhalten.

E-Zigaretten: Wie gefährlich sind Liquids?

Deutsche Forscher haben Liquids auf schädliche Inhaltsstoffe getestet.

Grippe: Viele lassen sich nicht impfen

Jeder zweite Risikopatient plant in diesem Jahr keine Impfung gegen die Grippe.

Antibiotika richtig einsetzen

Alles rund um Antibiotika erfahren Sie im neuen Themenspezial der Neuen Apotheken Illustrierten.

Grippeimpfung in Apotheken

In welchen Regionen es Modellprojekte zur Grippeimpfung gibt, lesen Sie hier.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen