Aktuelles

Versichertenkarten

Viele Versicherte wissen nicht, wie es weitergehen soll, wenn ihre Krankenkasse pleite geht.
© R. Freund

Do. 16. Juni 2011

Kassenpleite: Kein Grund zur Panik

Schwere Zeiten für Krankenkassen: Zum 1. Juli wird die City BKK abgewickelt, zwei große Innungskrankenkassen stehen vor einer Fusion und rund 20 weitere Kassen haben so wenig Geld als Rücklage, dass die Aufsichtsbehörde sie ermahnen musste. Krankenversicherte sorgen sich nun um ihren Versicherungsschutz. Was passiert, wenn meine Krankenkasse in Schwierigkeiten kommt?

Plötzlich ohne Krankenversicherung dazustehen – das ist für die meisten Menschen eine Horrorvorstellung. Die Angst ist aber unbegründet. Wenn die Kasse ihre Versicherten darüber informiert hat, dass sie die Rezepte, Arztrechnungen und andere Leistungen ihrer Versicherten nicht mehr bezahlen, dann müssen die anderen Krankenkassen die Kosten übernehmen, das ist gesetzlich so geregelt. Deshalb werden Ärzte, Krankenhäuser oder Apotheken auch keine Versicherten einer insolventen Kasse abweisen. Sie dürfen dies auch gar nicht. Sie können sicher sein, dass sie ihr Geld bekommen.

Anzeige

Natürlich funktioniert diese Notfallhilfe nur für eine Übergangszeit. Mittelfristig müssen sich die Versicherten einer bankrotten Krankenkasse eine neue Kasse suchen. Auch hier ist die Situation für die Versicherten ziemlich komfortabel, denn sie haben unter den gesetzlichen Krankenkassen die freie Auswahl zwischen den mehr als 100 Kassen in Deutschland. Die Kassen dürfen die Bewerber übrigens nicht ablehnen. Auch das steht im Gesetz. Dabei ist es egal, ob es sich um eine Betriebskrankenkasse, Ersatz- oder Innungskrankenkasse handelt. Die früheren Beschränkungen, wer in welcher Kassenart versichert sein darf, gibt es schon lange nicht mehr.

Wenn sich ein Versicherter nicht um eine neue Krankenkasse kümmert, dann übernimmt dies übrigens der Arbeitgeber. Allerdings muss der nicht fragen, welche Kasse sein angestellter wünscht. Er nimmt entweder diejenige, in der der Versicherte zuvor Mitglied war oder eine andere Kasse.

Bei der Insolvenz der City BKK lief es für ältere Versicherte der zahlungsunfähigen Kasse jedoch nicht so reibungslos. Ältere Versicherte sind teure Versicherte, dass wissen die Krankenkassen und werden bisweilen fantasievoll, Senioren abzulehnen. Da wurde Bewerbern höheren Alters dann mit schlechteren Leistungen oder längeren Wartezeiten gedroht. Tatsächlich bieten alle Krankenkassen ihren Versicherten fast identische Leistungen an. Die Versorgung ist also überall gleich. Das Bundesversicherungsamt als Kassenaufsicht achtet genau darauf, dass die Kassen sich an die Spielregeln halten. Wer von einer Kasse abgewiesen wird, sollte sich direkt an die in Bonn angesiedelte Behörde wenden.

Der sofortige Wechsel der Krankenkasse ist übrigens nur dann möglich, wenn die Kasse ihre Zahlungsunfähigkeit öffentlich angemeldet hat. Gerüchte über Zahlungsschwierigkeiten einzelner, wie sie derzeit in vielen Medien verbreitet werden, reichen zum Wechsel nicht aus. Nur wenn eine Kasse – auch im Zusammenhang mit einer Fusion – einen Zusatzbeitrag einführt oder erhöht, kann fristlos gekündigt werden. Ansonsten gilt die gesetzliche Kündigungsfrist von zwei Monaten.

PZ

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Masern-Impfpflicht ab März 2020

Ab dem 1. März müssen in Schulen und anderen Einrichtungen Impf-Nachweise erbracht werden.

Verbot der Sterbehilfe wird gelockert

Das Bundesverfassungsgericht hat das Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe gekippt.

Coronavirus: Epidemie auch in Deutschland?

Bundesgesundheitsminister Spahn rechnet damit, dass sich das Virus auch hierzulande ausbreiten wird.

So beeinflusst Alkohol die Fahrtüchtigkeit

Schon ab 0,1 Promille werden Entfernungen falsch eingeschätzt.

Mehr Stress im öffentlichen Dienst

Viele Beamte und Angestellte berichten häufig von einer hohen Arbeitsbelastung.

Zecken: Forscher bitten um Hilfe

Einsendungen von Tieren oder Fotos helfen dabei, die Verbreitung neuer Zeckenarten zu verfolgen.

Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen

Zu viel Alkohol bringt knapp 15.000 Kinder und Jugendliche pro Jahr ins Krankenhaus.

Alkohol-Fasten: Online-Aktion startet

Während der Fastenzeit nehmen sich viele Menschen vor, auf Alkohol zu verzichten.

Fasten für die Gesundheit

Im Titelbeitrag der Neuen Apotheken Illustrierten dreht sich alles um Heil- und Intervallfasten.

Neues Gesetz gegen Lieferengpässe

Apotheker haben künftig bessere Möglichkeiten, auf Engpässe bei Medikamenten zu reagieren.

Psychische Leiden auf Rekordhoch

Depressionen und andere psychische Krankheiten sind für die meisten Fehltage im Job verantwortlich.

Experten fordern Solarium-Verbot

Die Deutsche Krebshilfe warnt vor der großen Krebsgefahr, die von Sonnenstudios ausgeht.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen