Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Kritik an Selbstzahler-Leistungen

Aktuelles

Arzt berät Patient

Ärzte bieten ihren Patienten vielfach Leistungen an, deren Kosten die gesetzlichen Krankenversicherungen nicht übernehmen.
© Techniker Krankenkasse

Do. 22. September 2011

Kassen möchten Patienten vor fragwürdigen ärztlichen Angeboten schützen

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) setzt sich dafür ein, die Rechte von Patienten in der Arztpraxis zu stärken. Dabei helfen soll das sogenannte Patientenrechtegesetz, das die schwarz-gelbe Koalition plant. Unter anderem sollen die "Individuellen Gesundheitsleistungen" (IGeL) transparenter gemacht werden. Diese ärztlichen Leistungen muss der Patient selbst bezahlen.

Anzeige

Ein zentrales Anliegen des GKV-Spitzenverbands ist es, die Rechte des Patienten gegenüber den wirtschaftlichen Interessen einzelner Ärzte zu stärken. "Bei den sogenannten individuellen Gesundheitsleistungen geht es vorrangig um Umsatz und Gewinn der Ärzte und nicht um medizinische Hilfe für Kranke", kritisierte Gernot Kiefer, Vorstand im GKV-Spitzenverband, in der Berliner Zeitung. Er fordert im Gespräch mit der Berliner Zeitung klare Widerspruchsfristen für die kranken Menschen, denen in der Arztpraxis eine Leistung angeboten wurde, die sie aus der eigenen Tasche bezahlen müssen: "Es kann nicht sein, dass es bei jedem Haustürgeschäft mit Staubsaugern eine Widerspruchsfrist gibt, aber bei medizinischen Behandlungen nicht", sagte Kiefer.

Rückendeckung erhält Kiefer von einer jüngst veröffentlichten systematischen Bewertung der IGeL durch das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI). In dieser Arbeit konnte für die beiden häufigsten IGeL, das Screening auf Grünen Star und das vaginale Ultraschall-Screening auf Eierstock-/Gebärmutterkrebs kein Nutzen für Patienten nachgewiesen werden.

Der Umsatz der Ärzte mit den sogenannten Igel-Angeboten ist laut Zahlen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK seit 2005 um rund 50 Prozent auf ca. 1,5 Milliarden Euro jährlich gestiegen.

RF

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

NAI vom 15.6.2018: Wahrheit über Gluten

Der Titelbeitrag der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten lautet „Die Wahrheit über Gluten“.

Neue Leitlinie für Bluthochdruck

Lesen Sie hier, was sich bei der Therapie von Bluthochdruck geändert hat.

Blutspender werden dringend gesucht

Vor allem jüngere Freiwillige, die Blut spenden wollen, sind in Deutschland rar.

Nebenwirkungen sind hier besonders häufig

Bei drei Wirkstoffklassen klagen Patienten besonders oft über Nebenwirkungen.

HPV-Impfung jetzt auch für Jungen

Bislang haben Experten die Impfung nur für Mädchen empfohlen. Das ändert sich jetzt.

HIV-Selbsttest soll ab Herbst verfügbar sein

Der Test soll helfen, dass mehr Menschen möglichst früh von ihrer Infektion erfahren.

Apotheker: Kritik an GKV-Positionspapier

Das Positionspapier sei patientenfeindlich und gefährde die Arzneimittelversorgung in Deutschland.

Apotheker suchen dringend Nachwuchs

Viele Apotheken finden keinen Nachfolger mehr und müssen daher schließen.

Wie viel Sonnencreme brauche ich?

Eine Apothekerin erklärt, was es mit der Elf-Hände-voll-Regel auf sich hat.

So gesund sind die Deutschen

Der Titelbeitag der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten lautet „Deutschland - deine Gesundheit“.

30 Mio. Medikamente in der Kühlung

Hitzeempfindliche Präparate erfordern besondere Maßnahmen - gerade im Sommer.

Diesel: Wie gefährlich sind Abgase wirklich?

Ein Toxikologe erklärt, wie die Zahl der Todesfälle durch Abgase zustande kommt.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen