Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Missbrauch von Medikamenten

Aktuelles

Frau nimmt Tropfen.

Arzneimittel werden häufig bedenkenlos zur Leistungssteigerung verwendet.
© AOK-Mediendienst

Do. 03. November 2011

ABDA, ADAC und DOSB warnen vor dem Missbrauch von Medikamenten

Mehr als 1,5 Millionen Bundesbürger gelten als medikamentenabhängig. Im Beruf oder im Bildungsbereich möchten sie die eigene Leistung mit Hilfe von Medikamenten zu steigern. Auch zahlreiche Hobbysportler greifen zur Pille. Im Straßenverkehr ist nicht nur der Missbrauch gefährlich, sondern schon die die Einnahme ohne ärztliche Betreuung. Deswegen sagen die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, der ADAC und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) dem Medikamentenmissbrauch gemeinsam den Kampf an.

Anzeige

"Auch einige rezeptfreie Medikamente wie Abführmittel oder Nasensprays können missbräuchlich verwendet werden", warnte ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf. "Etwa vier bis fünf Prozent aller verschreibungspflichtigen Medikamente können abhängig machen, vor allem Schlaf- und Beruhigungsmittel. Hier ist Information durch den Apotheker wichtig."

Autofahrer gehen ein hohes Risiko ein, wenn sie sich etwa unter dem Einfluss von Schmerzmitteln ans Steuer setzen. "Fahruntüchtigkeit auf Grund zu hoher Dosierung oder Missbrauch von Medikamenten wird ebenso bestraft wie eine Alkoholfahrt ab 1,1 Promille", so ADAC-Präsident Peter Meyer. "Außerdem kann die Versicherung beim Unfall für einen regulierten Fremdschaden bis zu 5000 Euro Regress nehmen und der Vollkaskoschutz für den eigenen Schaden geht verloren."

Immer häufiger versuchen auch Freizeitsportler ihre Leistung durch Medikamente zu erhöhen. DOSB-Präsident Thomas Bach sagte: "Im Freizeitsport stehen gesunde Fitness und Lebensfreude im Vordergrund. Mit dem Missbrauch von Schmerzmitteln, Pillen aus dem Internet oder ohne Befund eingesetzten Asthmasprays täuscht der Sportler sich und andere über seinen wahren Leistungsstand. Das ist unfair und gefährdet die eigene Gesundheit."

ABDA, ADAC und DOSB machten sich gemeinsam für einen vernünftigeren Umgang mit Medikamenten stark: "Wir müssen stärker ins Bewusstsein rücken, dass Medikamente gezielt für den Einsatz gegen Krankheiten entwickelt werden. Wer Konzentration im Job, Fitness oder Verkehrstauglichkeit verbessern möchte, kann dies gesünder und preiswerter auf natürlichem Wege tun", betonten Wolf, Meyer und Bach.

ABDA

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Weniger Softdrinks: Das hilft wirklich

Höhere Preise auf süße Getränke ist nur eine von mehreren sinnvollen Maßnahmen.

Verseuchte Lebensmittel in Europa

Verunreinigte Lebensmittel sorgen in der EU jedes Jahr für Millionen Erkrankungen.

Lieferengpässe bei Arzneimitteln bekämpfen

Gemeinsam wollen Pharmazeuten in Europa gegen Engpässe bei Medikamenten vorgehen.

Shisha: Gefahren werden unterschätzt

Wasserpfeifen können der Lunge noch stärker schaden als übliche Zigaretten.

Eltern geben Apotheken Bestnoten

Mütter und Väter sind sehr zufrieden mit den Leistungen ihrer Apotheke vor Ort.

Alkohol sorgt für viele Fehltage im Job

Wer häufig Alkohol trinkt, fällt im Job öfter aus, kommt zu spät oder ist unkonzentriert.

Abnehm-Pillen für Teenager gefährlich

Manche Nahrungsergänzungsmittel eignen sich für Kinder und Jugendliche nicht.

Juckreiz: Kühlen und wenig kratzen

Wie sich chronischer Juckreiz am besten behandeln lässt, erklärt ein Experte.

Gut durch die Wechseljahre

Im Themenspezial der Neuen Apotheken Illustrierten dreht sich alles die Wechseljahre.

Herzinfarkt: Gefährliches Zögern

Forscher fanden zwei Gründe, warum Menschen mit Herzinfarkt zu lange warten, bis sie den Notarzt rufen.

Weltweiter Aktionstag gegen Blutkrebs

Gerade junge Menschen sind meistens gut für eine Stammzellspende geeignet.

Fortbildungskongress für Apotheker eröffnet

Um auf dem aktuellen Stand der Forschung zu bleiben, bilden sich Apotheker regelmäßig fort.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen