Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Misteltherapie bei Krebs eingeschränkt

Aktuelles

Mistelzweige in der Krebstherapie

Auszüge aus der Mistel werden in der Krebstherapie eingesetzt.
© WALA Heilmittel GmbH

Fr. 16. September 2011

Krebs: Erstattung der Misteltherapie wird weiter eingeschränkt

Homöopathische und anthroposophische Präparate wie die Mistel dürfen in Zukunft nicht mehr zur Heilbehandlung von Krebs zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden. Das stellt die jetzt veröffentlichte Begründung eines Urteils des Bundessozialgerichts (BSG) vom Mai dieses Jahres klar. Bei bösartigen Tumoren bleiben Mistelpräparate zur Linderung von Beschwerden jedoch verordnungsfähig. Mediziner nennen das Palliativtherapie.

Anzeige

Ein nicht verschreibungspflichtiges Arzneimittel ist verordnungsfähig, wenn es als Standard-Therapeutikum für eine Erkrankung gilt. Bei Mistelpräparaten kam es zu einer Auseinandersetzung, ob sich die Gleichstellung zwischen Arzneimitteln der Schulmedizin und alternativer Richtungen nur auf die Heilung der bösartigen Tumoren bezieht oder ob damit auch das Therapieziel "in der palliativen Therapie ... zur Verbesserung der Lebensqualität" umfasst sei.

Das Bundessozialgericht hat entschieden, dass dies im Ermessen des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) liegt. Der GBA ist befugt, medizinische Leistungen von der Erstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung auszuschließen oder einzuschränken. Das Gremium ist im Falle der Misteltherapie der Auffassung, dass es nicht auf das Anwendungsgebiet "Krebs", sondern auf das Ziel der Anwendung kommt. Soll ein Tumor geheilt werden, gilt die Mistel nicht als Standard. Die Krankenkassen müssen die Therapiekosten nicht erstatten. Zur Linderung der Beschwerden unheilbar Krebskranker dagegen können Ärzte Mistelpräparate weiterhin zulasten der Krankenkassen verschreiben.

Die Regelung wird gültig, sobald die Urteilsbegründung "in einer allgemein zugänglichen Fachzeitschrift" erscheint. Das könnte bald der Fall sein.

db/PZ

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Grippewelle steht kurz bevor

Insgesamt gibt es bislang deutlich weniger Grippekranke als in der vergangenen Saison.

Längere Arbeitszeit macht krank

Schon eine Stunde mehr pro Woche wirkt sich auf die Gesundheit aus.

Ernährung ist schuld an vielen Todesfällen

Jeder zweite Herz-Kreislauf-bedingte Todesfall in Europa könnte sich vermeiden lassen.

NAI vom 15.1.2019: Rückenleiden

Im Titelbeitrag der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten dreht sich alles um Rückenleiden.

Abgelaufene Medizin aussortieren

Nach Ablauf des Verfallsdatums dürfen Medikamente nicht mehr verwendet werden.

Ernährung: Hauptsache lecker

Das ist den Deutschen laut Ernährungsreport 2019 beim Essen am wichtigsten.

Hilfe bei der OP-Entscheidung

Operation ja oder nein? Wie Patienten die für sie richtige Entscheidung finden.

Zuzahlungsbefreiung jetzt beantragen

Übersteigt die jährliche Zuzahlung 2 Prozent des Bruttoeinkommens, greift die Befreiung.

Gute Vorsätze im Job leichter umsetzen

Für berufliche Neujahrsvorsätze ist der Glaube an die eigene Willenskraft ein entscheidender Faktor.

NAI vom 1.1.2019: Die Wahrheit über Zucker

Im Titelbeitrag der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten dreht sich alles um Zucker.

Jahresrückblick: Die Top 10 von aponet.de

Das sind die meistgelesenen Meldungen des Jahres 2018 auf aponet.de.

Demenz hat sich seit 1990 verdoppelt

Ein großer Teil der Erkrankungen wäre durch einen gesunden Lebensstil vermeidbar.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen