Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Rücknahme von Altarzneimitteln

Aktuelles

Müllabfuhr

Die normale Müllabfuhr ist die richtige Entsorgung für alte Arzneimittel, sagt die Bundesregierung.
© Ssogras - Fotolia

Fr. 05. August 2011

Altmedikamente: Regierung sieht kein Entsorgungsproblem

Die Bundesregierung sieht keine Notwendigkeit für ein deutschlandweit einheitliches Sammelsystem für Altarzneimittel. "Die Entsorgung über den Restmüll stellt einen sicheren Entsorgungsweg für diese Abfälle dar", schreibt die Regierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion. Für Mensch und Umwelt bestehe damit keine Gefahr.

Die Abgeordneten der Grünen hatten in ihrer Anfrage auf die geänderten Rahmenbedingungen für Altmedikamente seit Juni 2009 hingewiesen. Damals hatte die Recyclingfirma Vfw ihren Service eingestellt, bei dem Apotheken alte Arzneimittel sammeln und anschließend kostenlos abholen lassen konnten. Grund hierfür war eine Änderung der Verpackungsverordnung. Danach müssen alle wieder verwertbaren Materialien getrennt gesammelt und über das duale System verwertet werden. Dies zerstörte der bis dahin für Arzneimittelmüll zuständigen Vfw die Geschäftsgrundlage, die Sammlung des Mülls aus dem Verkauf der verwertbaren Teile des Arzneimittelabfalls zu subventionieren.

Anzeige

Seither gibt es in Deutschland kein einheitliches Entsorgungssystem für Altmedikamente mehr. Viele Arzneimittel landen im Hausmüll, einige Apotheken nehmen abgelaufene Medikamente weiterhin an und tragen die Kosten für die Entsorgung zum Teil selbst.

Die Bundesregierung sieht darin kein Problem. Ihrer Auffassung nach hat es in Deutschland nie ein bundesweit wirklich einheitliches Sammelsystem für Altarzneimittel gegeben. Der Service von Vfw sei lediglich ein Angebot an Apotheken gewesen. "Keinesfalls wurde flächendeckend davon Gebrauch gemacht." Zudem sei die Rücknahme alter Arzneimittel in der Apotheke weiterhin möglich. Dies müsste dann allerdings genau nachgewiesen werden.

In der Entsorgung alter Arzneimittel über den Hausmüll kann die Regierung zudem kein gesteigertes Risiko etwa für Kinder erkennen. Auch bei anderen potenziell "gefährlichen" Abfällen wie Rasierklingen oder Resten von Reinigungsmitteln müssten die Menschen schließlich aufpassen, dass sie nicht in die Hände Unbefugter geraten. Hier sei die Eigeninitiative der Bürger gefragt, "denn für die ordnungsgemäße Entsorgung ist grundsätzlich der Abfallbesitzer selbst verantwortlich".

Für die Umwelt droht nach Meinung der Regierung ebenfalls keine Gefahr. Siedlungsabfälle würden vor Ablagerung schließlich vorbehandelt. Damit würden "die gegebenenfalls in Restabfällen enthaltenen Reaktionspotenziale zerstört oder inaktiviert". Selbst wenn Medikamentenreste auf Deponien landen sollten, seien diese so gut abgedichtet, dass keine Gefahr für das Grundwasser drohe, heißt es.

Ein Problem sieht die Bundesregierung immerhin darin, dass "insbesondere flüssige Arzneimittel offenbar immer noch viel zu häufig über das Abwasser entsorgt" werden. Damit können Arzneimittelreste unter Umständen in das Trinkwasser gelangen. Das Umweltbundesamt arbeite bereist an einer Empfehlung zur Lösung des Problems.

dr/sch/PZ

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

NAI vom 15.12.2017: Antibiotika

Im Titelbeitrag der aktuellen Ausgabe geht es um die richtige Anwendung von Antibiotika.

Was die Deutschen für 2018 planen

Junge Erwachsene nehmen sich vor, häufiger auf das Smartphone zu verzichten.

Zuzahlungsbefreiung für 2018 beantragen

Hier können Sie berechnen, ob Sie im nächsten Jahr Rezeptgebühr zahlen müssen.

Gesundheit: Wie gut sind Sie informiert?

Viele Deutsche wissen offenbar zu wenig über Antibiotika, Geschlechtskrankheiten & Co.

Zeitschriften in der Apotheke beliebt

Viele Patienten schätzen dieses kostenlose Service-Angebot vieler Apotheke.

Apotheker sammeln für Hilfsprojekte

In vielen Apotheken werden derzeit Spenden für notleidende Menschen gesammelt.

NAI vom 1.12.2017: Feiertage genießen

In der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten lesen Sie „Die 22 besten Tricks gegen Feiertagsstress“.

Experten befürworten HIV-Selbsttest

Aktuell wissen tausende Deutsche noch nichts von ihrer Infektion. Das soll sich ändern.

Großbritannien: Viagra bald rezeptfrei

Voraussetzung dafür ist eine ausführliche Beratung in der Apotheke.

Große Wissenslücken bei Depressionen

Viele glauben, dass Schokolade ein gutes Mittel sei, um die Krankheit zu behandeln.

Krebs: Viele Patienten trifft es zweimal

Häufig ist ein anderes Organ betroffen als bei der ersten Krebserkrankung.

Wo die meisten HIV-Patienten leben

In Jahr 2016 haben sich etwa 3.100 Menschen in Deutschland neu mit HIV infiziert.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen