Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Hat Sarrazin Recht?

Aktuelles

Schüler beim Lernen

Wissenschaftler bezweifeln Sarrazins These, nach der die ethnische Zugehörigkeit bei Bildung und Intelligenz eine Rolle spielt.
© mauritius images

Fr. 29. April 2011

Hat Sarrazin Recht?

Er bleibt Mitglied in der SPD, das ist sicher. Aber stimmen seine Behauptungen, dass die ethnische Zugehörigkeit bei Bildung und Intelligenz eine Rolle spiele? Wenn darum gestritten wird, taucht immer wieder die Frage auf, ob Geisteskraft größtenteils in die Wiege gelegt oder erworben wird.

"Zu entscheiden, ob Intelligenz vererbbar ist, fällt schon deshalb schwer, weil man gar nicht genau festlegen kann, was Intelligenz eigentlich ist", gibt Professor Dr. Theo Dingermann vom Institut für Pharmazeutische Biologie an der Universität Frankfurt am Main zu bedenken. Vielleicht sollte man statt von Intelligenz besser von Talent sprechen, wie das der US-Psychologe Howard Gardner vorschlägt. Talente, die man als unabhängige Intelligenzformen ansehen kann, sind konkreter fassbar. So lassen sich sprachliche, musikalische oder logisch-mathematische Talente klar unterscheiden.

Dennoch steht heute außer Zweifel, dass zumindest die Basis dessen, was Intelligenz oder Talent letztlich bestimmt, vererbt wird. Das ist ausgiebig an genetisch gleichen Zwillingen erforscht worden und lässt sich bei ihnen gut belegen.

Intelligenz und Talente lassen sich trainieren

Die Vererbbarkeit der Intelligenz hat jedoch Grenzen. Diese zeigen sich darin, dass Intelligenz keineswegs unveränderlich ist: Intelligenz beziehungsweise Talente entwickeln sich. Die Grundlage dafür entsteht vor allem in der Kindheit und Jugend. Es bilden sich äußerst komplexe Nerven-Netzwerke, die durch geistige und körperliche Aktivität sehr ausbaufähig sind. So lässt sich ein eher niedriges Basis-Intelligenzniveau durch Training stark anheben. Ebenso aber kann man eine optimale ererbte Grundausstattung durch geistige und körperliche Trägheit verkümmern lassen.

Intelligenz ist nicht von Stammbäumen abhängig

Professor Dr. Theo Dingermann weist schließlich darauf hin, dass das genetische Potenzial für hohe oder niedrigere Intelligenzgrade natürlich nicht bestimmten Rassen beziehungsweise Ethnien zugeordnet werden kann. "Wer dies behauptet oder gar tut, hat einfach keine Ahnung."

Gesellschaft und Politik

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Keuchhusten-Impfung für Schwangere

Ziel ist es, Neugeborene vor der Krankheit und schweren Komplikationen zu schützen.

Lesertelefon: Therapie bei Parkinson

Experten beraten am Donnerstag, 2. April, zu den Therapieoptionen bei fortgeschrittenem Parkinson.

Mülltrennung in Corona-Zeiten

Für infizierte Personen und begründete Verdachtsfälle gelten besondere Regeln.

Hunde richtig vor Zecken schützen

Mit dem beginnenden Frühling werden auch Zecken wieder aktiv.

Social distancing: Was wirkt am besten?

Eine Schätzung gibt an, welche Maßnahmen die Corona-Ausbreitung am stärksten reduzieren.

Italien: Warum so viele Covid-19-Tote?

Italienische Wissenschaftler haben mögliche Ursachen für die hohe Sterberate ermittelt.

Corona: Impfung gegen Pneumokokken

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie ist der wichtige Impfstoff knapp. Nur Risikopatienten sollen aktuell geimpft werden.

5 Tipps für das Homeoffice

Diese Tipps helfen dabei, den heimischen Arbeitsplatz richtig einzurichten.

Keine Scheu vor dem Notruf 112

Auch während der aktuellen Corona-Krise ist die Notfallversorgung gesichert.

Covid-19: Kein Vergleich zur Grippe

SARS-CoV-2 ist ansteckender und verursacht schwerere Krankheitsverläufe als die Grippe.

Vorsichtsmaßnahmen in Apotheken

Was müssen Patienten aktuell wissen, bevor sie eine Apotheke betreten?

Coronavirus: Risiko für Allergiker?

Heuschnupfen erhöht das Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf nicht.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen