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Alzheimer-Nachweis über die Nase? Das geht. Ein neues Diagnoseverfahren macht Eiweißablagerungen in der Nasenschleimhaut, die mit der Alzheimer-Erkrankung korrelieren, sichtbar.
© Nejron Photo - Fotolia

So. 20. November 2011

Eiweiß in der Nase weist auf Alzheimer hin

Bestimmte Eiweiß-Ablagerungen in der Nasenschleimhaut deuten Jahre vor den ersten Symptomen auf eine Alzheimer-Erkrankung hin. Chemiker haben ein neues Diagnoseverfahren entwickelt, mit dem sie diese Ablagerungen sichtbar machen.

Die Chemiker der Technischen Universität Darmstadt und Pathologen vom Klinikum Darmstadt stellten fest, dass sich Ablagerungen des Tau-Proteins, die bei Alzheimer-Patienten zum Absterben betroffener Hirnzellen führen, bereits vor Beginn einer Demenz in der Nasenschleimhaut nachweisen lassen.

"Bisher war lediglich bekannt, dass sich die schädlichen Ablagerungen nicht nur in Hirnzellen, sondern auch in den Nervenzellen der Augen zeigen. Daher wurde eine Diagnose per Netzhaut-Scan favorisiert. Dabei sollen Farbstoffe die Ablagerungen im Auge für den untersuchenden Arzt sichtbar machen", erklärt Professor Boris Schmidt von der TU Darmstadt. Bei Forschungsarbeiten an solchen Farbstoffen entdeckten die beteiligten Wissenschaftler, dass die Farbstoffe auch Ablagerungen in der Nasenschleimhaut sichtbar machten.

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Die Veränderungen in der Nasenschleimhaut erlauben bislang genauere Aussagen über das Krankheitsstadium als ein Netzhaut-Scan, erläutert Schmidt: "Je mehr Tau-Ablagerungen wir in den Nasen der Patienten gefunden haben, desto stärker waren auch die Hirnstrukturen befallen - ein solcher Zusammenhang konnte bei den Ablagerungen im Auge bislang nicht sicher festgestellt werden."

Einen weiteren Vorteil der Nasen-Untersuchung sehen die Wissenschaftler in der geringeren Beeinträchtigung der Patienten. Eine mögliche Vorsorgeuntersuchung könnte Schmidt zufolge so aussehen, dass die Farbsubstanz als Tablette oder Nasenspray verabreicht wird. Die eigentliche Untersuchung könnte dann mit einem Licht-Endoskop erfolgen.

Die Alzheimer-Erkrankung ist bislang nicht heilbar und nur schwer zu diagnostizieren. Wenn erste Symptome im Kurzzeitgedächtnis auftreten, sind schon erhebliche Schädigungen des Gehirns vorhanden.

TUD

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