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Arzt betrachtet MRT-Bilder.

Auf MRT-Scans kann der Arzt detailliert bestimmte Hirnbereiche erkennen, die sich bei Psychosen verändern.
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Mi. 09. November 2011

Hirnscan sagt Verlauf von Psychosen voraus

Eine Computer-gestützte Auswertung von MRT-Bildern des Gehirns erlaubt Aussagen über die Dauer und die Schwere von psychotischen Erkrankungen. Das haben Forscher des King's College Institute of Psychiatry und des University College in London herausgefunden. Die Analysen helfen den behandelnden Ärzten dabei, die beste Therapie für ihre psychotischen Patienten auszuwählen.

Psychosen sind psychische Störungen, die mit einem zeitweiligen Verlust des Realitätsbewusstseins einhergehen. Die Patienten leiden vielfach unter Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Eine der häufigsten Formen der Psychose ist die Schizophrenie, von der weltweit etwa 24 Millionen Menschen betroffen sind. Andere Formen der Psychosen können im Zusammenhang mit Alkohol- oder Drogenmissbrauch auftreten. Häufig erholen sich Betroffene von einer Psychose komplett, andere jedoch leiden über Jahre hinweg unter den Symptomen. Bisher war es für Ärzte fast unmöglich, Vorhersagen darüber zu treffen, wie hoch das Risiko der Betroffenen für eine erneute psychotische Episode ist.

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Die britischen Wissenschaftler haben nun einen Weg gefunden, aus Computer gestützten Analysen von MRT-Aufnahmen des Gehirns das Risiko für psychotische Störungen zu ermitteln. Dazu haben sie von 100 Patienten, die wegen einer psychotischen Episode im Krankenhaus aufgenommen wurden, MRT-Aufnahmen des Gehirns angefertigt. Die Ergebnisse verglichen sie mit Hirnaufnahmen von 91 gesunden Testpersonen. Über sechs Jahre beobachteten die Wissenschaftler die Patienten und teilten sie dabei in drei Gruppen ein. In einer Gruppe fassten sie die Patienten zusammen, bei denen die Symptome mit der Zeit verschwanden, in einer weiteren Gruppe die Patienten, bei denen sich psychotische Episoden und symptomfreie Intervalle abwechselten. Bei der dritten Gruppe hielt die Symptomatik kontinuierlich an.

Weiterführende Analysen der Hirnaufnahmen erlaubten den Forschern daraufhin Aussagen darüber, ob die Psychose einen schweren und dauerhaften Verlauf nehmen würde oder nicht. In einer weiteren Testreihe überprüften die Wissenschaftler dann die Aussagefähigkeit ihrer Methode an Patienten, die erstmals wegen einer psychotischen Erkrankung stationär aufgenommen wurden. Dabei konnten sie in sieben von zehn Fällen eine exakte Aussage darüber treffen, ob die Psychose wiederkehren oder dauerhaft bestehen bleiben würde.

Ärzte könne diese Methode dabei helfen, die beste Therapie für ihre Patienten auszuwählen, so die Forscher. Vielen Betroffenen bliebe dadurch eine langfristige Einnahme von Psychopharmaka erspart. Da ein MRT des Gehirns in nur 10 Minuten erstellt werden könne und keine Strahlenbelastung mit sich bringt, sollte die Untersuchung in die Routine bei der Diagnostik einer Psychose aufgenommen werden, empfehlen die Studienautoren.

KK

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