Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Das Kleinhirn sorgt für Orientierung

Aktuelles

Frau zeichnet Labyrinth.

Die Orientierung behalten: Das Kleinhirn hilft dabei.
© Maridav - Fotolia

Fr. 11. November 2011

Das Kleinhirn sorgt für Orientierung

Das Kleinhirn steuert unsere Bewegungen in einem weit größeren Maße als bisher angenommen. Das sagen Forscher der International Graduate School of Neuroscience der Ruhr-Universität Bochum. Demnach hilft das Kleinhirn uns vor allem dabei, dass wir uns sicher in unserer Umgebung bewegen können.

Anzeige

Um sich sicher orientieren zu können, braucht der Körper eine Vorstellung von seiner Umgebung. Dabei helfen ihm die sogenannten Ortszellen in einer Hirnregion, die Hippocampus genannt wird. Die Ortszellen werden dabei immer dann aktiv, wenn sich der Mensch an einem bestimmten Ort in einer ihm bekannten Umgebung aufhält. Jede Ortszelle bildet dabei sozusagen einen eigenen Ort ab. Sie verarbeiten unterschiedlichste Sinneseindrücke wie etwa aus dem Gleichgewichtsorgan oder vom Sehen und Hören. Auf diese Weise entsteht im Hippocampus sozusagen eine "virtuelle Karte" der Umgebung.

Bisher war man davon ausgegangen, dass diese virtuelle Karte ausschließlich im Hippocampus gebildet würde. Durch Experimente an Mäusen konnten die Wissenschaftler aber nun die Rolle des Kleinhirns bei der Ausbildung dieser Umgebungskarte beweisen. Im Kleinhirn gibt es Nervenzellen, die die Kommunikation mit anderen Nervenzellen beeinflussen. Die Bochumer Forscher arbeiteten mit Mäusen, die genetisch so verändert waren, dass diese Nervenzellen ihres Kleinhirns dazu nicht fähig waren. Bei den Versuchen verirrten sich die genetisch veränderten Mäuse im Dunklen, obwohl ihnen der Weg eigentlich bekannt war. Die Tiere waren nicht in der Lage, das Ziel ohne äußere Orientierungshilfen zu finden. Offenbar kann eine zuverlässige virtuelle Karte nur gebildet werden, wenn der Hippocampus durch die Nervenzellen des Kleinhirns unterstützt wird.

KK

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Menschliches Herz aus dem 3D-Drucker

Forscher haben ein kleines Herz aus menschlichem Gewebe hergestellt.

Diabetes-Mittel schützt die Niere

Ein bekannter Wirkstoff hat offenbar eine sehr positive Wirkung auf die Niere.

Einheitsgefühl macht glücklich

Menschen, die daran glauben, dass alles auf der Welt verbunden ist, sind zufriedener.

Bleaching-Produkte schaden den Zähnen

Die Bleichmittel greifen das Dentin an, das unter dem Zahnschmelz liegt.

Schlafmangel lässt uns schwarzsehen

Forscher haben untersucht, wie sich unsere Gefühlswelt verändert, wenn wir müde sind.

Partnerschaft lindert messbar Stress

Die positiven Auswirkungen einer Beziehung lassen sich sogar an den Augen ablesen.

Dunkle Schokolade senkt den Blutdruck

Schokolade mit hohem Kakaoanteil hat eine positive Wirkung auf die Gefäße.

Woran dicke Kinder am meisten leiden

Nicht nur stark übergewichtige Kinder sind von diesen Problemen oft betroffen.

Ungesundes Essen tötet Millionen Menschen

Weltweit stirbt jeder Fünfte an den Folgen von ungünstiger Ernährung.

Warum Tiere älteren Menschen guttun

Haustiere helfen dabei, Stress zu lindern, sich mehr zu bewegen und Kontakte zu knüpfen.

Bauchschmerzen: Psyche in Not?

Eine veränderte Darmflora bei Kindern kann die spätere psychische Gesundheit beeinflussen.

Antibiotika aus Fisch-Schleim herstellen?

Aus der Schleimschicht, die Fische bedeckt, könnte sich Medizin herstellen lassen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen