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Ein neues Schlankheitsmittel hilft dicken Rhesusaffen beim Abnehmen.
© Bernd Singapur - Fotolia

Di. 08. November 2011

Neuer Wirkstoff hilft Affen beim Abnehmen

Übergewichtige Rhesusaffen konnten Gewicht reduzieren, nachdem sie mit einem neuartigen Wirkstoff behandelt wurden. Wissenschaftler der University of Texas in Houston, USA, gaben den dicken Äffchen ein Medikament, das die Blutversorgung des Fettgewebes unterbindet. Unter dieser Therapie nahmen die Affen über vier Wochen im Durchschnitt 11 Prozent ihres Ursprungsgewichts ab.

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Der neue Wirkstoff, den die Wissenschaftler Adipotide nennen, setzt an ganz anderer Stelle an als bisherige Schlankmacher. Bisher zielte man bei der medikamentösen Therapie der Fettleibigkeit auf eine Appetitzügelung oder darauf, die Fettaufnahme aus der Nahrung zu unterbinden. Allerdings hatten die meisten Wirkstoffe starke Nebenwirkungen. Das von den Texanern entwickelte Adipotide bindet an ein Eiweiß in den Blutgefäßen, die zum Fettgewebe ziehen. So werden die Fettzellen von der Blutversorgung abgeschnitten, sterben ab und werden auf natürlichem Weg "entsorgt". Das Fettgewebe wird also regelrecht ausgehungert.

Schon in vorangegangenen Tierversuchen an Mäusen hat sich der neue Wirkstoff als vielversprechend gezeigt. Die Nager hatten dabei etwa 30 Prozent ihres Körpergewichts verloren. Allerdings sind Wirkstoffe, die bei Nagern wirken, bei Primaten oft wirkungslos. Das Sättigungsgefühl und die Appetitsteuerung bei Nagern unterscheiden sich zu stark von dem der Primaten. Adipotide hingegen zeigte sich auch bei den Rhesusaffen seine Wirkung. Der Body Mass Index, also das Verhältnis von Gewicht zu Körpergröße, sank ebenso wie der Bauchumfang der Affen. Zudem zeigten bildgebende Verfahren, dass auch der Körperfettgehalt bei den behandelten Tieren um 27 Prozent abgenommen hatte. Gravierende Nebenwirkungen gab es nicht.

Die Affen waren übrigens aus rein diätetischen Gründen übergewichtig: Es wurden keine speziellen Anstrengungen unternommen, das Körpergewicht der Tiere zu steigern. Sie wurden dicker, weil sie sich an denselben Nahrungsmitteln wie ihre schlanken Artgenossen schlicht überfressen hatten und sich zu wenig bewegt hatten. Im Prinzip erlebte diese "Testgruppe" von Affen damit das, was auch bei Menschen zu Übergewicht führt.

KK

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