Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Nieren-OP senkt Bluthochdruck langfristig

Aktuelles

Drei Ärzt im OP

Eine Nieren-OP könne den Blutdruck langfristig senken.
© Techniker Krankenkasse

So. 27. November 2011

Renale Denervation: Nieren-OP senkt Bluthochdruck langfristig

Eine neuartige Therapie kann Menschen mit starkem Bluthochdruck helfen, bei denen blutdrucksenkende Medikamente nicht ausreichend wirken: Bei der sogenannten Renalen Denervation schalten Ärzte mit Hochfrequenzstrom überaktive Nerven der Nierenarterie aus, um so den Bluthochdruck langfristig abzusenken. Unter anderem bieten die Universitätskliniken in Bonn und Tübingen sowie die Charité in Berlin diese Behandlung an.

Anzeige

Die Nerven der Nierenarterie sind an der Regulation des Blutdrucks beteiligt. Senden diese zu viele Signale und melden dem Gehirn fälschlicherweise, dass eine zu geringe Menge Blut bei der Niere ankommt, bilden sich verstärkt Hormone, die den Blutdruck zu stark steigern. Hier setzt die Renale Denervation an. Dabei wird das Nervengeflecht, das sich um die Nierenarterie windet, gezielt mittels Strom verödet. Bis zu sechs Verödungspunkte reichen aus, um das dichte Nervengeflecht komplett auszuschalten. "Da das Nervengewebe sich nicht regeneriert, wird somit der Einfluss dieser Nervenfasern auf den Blutdruck langfristig verringert", sagt Professor Dr. Kai Wilhelm, Leitender Oberarzt an der Bonner Universitäts-Radiologie.

Weltweit wurden bisher etwa 400 Patienten im Rahmen von Studien mit diesem minimal-invasiven Verfahren erfolgreich behandelt. Bei weit mehr als 80 Prozent der Patienten war auch sechs Monate später der Blutdruck deutlich gesenkt.

Etwa jeder dritte Erwachsene in Deutschland leidet an Bluthochdruck, ein Risikofaktor für Schlaganfall, Herzinfarkt und Nierenversagen. Etwa fünf Prozent der Betroffenen sprechen auf blutdrucksenkende Medikamente nicht ausreichend an.

RF/Uni Bonn

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Erziehung beeinflusst Kinder mehr als Gene

Die Eltern haben einen großen Einfluss auf das soziale Verhalten ihrer Kinder.

Sport kurbelt den Stoffwechsel an

Dieser Effekt hält sogar mehrere Tage an, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Vorhofflimmern durch zu viel Salz?

Zu viel Salz im Essen erhöht nicht nur den Blutdruck, wie eine neue Studie zeigt.

Warum Patienten ihren Arzt anlügen

Viele Patienten wollen, dass ihr Arzt eine gute Meinung von ihnen hat.

Kampf gegen HIV noch lange nicht am Ende

Der Kampf gegen HIV verläuft in Europa nicht ganz so erfolgreich, wie geplant.

Mehr ADHS-Diagnosen bei Sommer-Kindern

Ein zu früher Schulstart führt bei Kindern häufig zu ADHS-Fehldiagnosen.

E-Zigaretten: Werbung verführt zum Rauchen

Werbeplakate und Fernsehspots beeinflussen Jugendliche stärker, als bislang gedacht.

Männer: Spielsucht verändert Gehirn

Zwanghaftes Zocken verändert bei Männern offenbar die Hirnaktivität.

Depression: Viele Paare trennen sich

Die Erkrankung belastet auch den Partner und die Familie des Betroffenen.

Übergewicht sorgt bei Kindern für Asthma

Starkes Übergewicht ist ein großer Risikofaktor für Asthma bei Kindern.

Diabetes: Fruktose nicht gleich Fruktose

Fruchtzucker, der in Getränken steckt, erhöht das Diabetes-Risiko besonders.

Vorstellungskraft hilft, Ängste zu überwinden

Sich eine Bedrohung im Geiste genau vorzustellen, lässt sie kleiner werden.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen