Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Das Geschenke-Paradox

Aktuelles

Mann und Frau bei der Bescherung unterm Weihnachtsbaum

Weniger ist manchmal mehr. Kleine Extras werten in den Augen des Beschenkten ein wertvolles Geschenk ab.
© Techniker Krankenkasse

Sa. 24. Dezember 2011

Ein Geschenk ist oft besser als zwei

Wer seine Mitmenschen beschenken will, sollte das Geschenke-Paradox beachten. Demnach kommt ein einzelnes, wertvolles Präsent beim Beschenkten besser an als eine Kombination aus dem wertvollen Geschenk und einer weniger wertvollen Beigabe. Das haben US-amerikanische Psychologen beobachtet.

In der im Journal of Consumer Research veröffentlichten Studie hatten die Psychologin Kimberlee Weaver von der Virginia Tech und ihre Forscher-Kollegen von der University of Michigan das Verhalten von Schenkenden und Beschenkten untersucht. In einem Experiment wurden Testpersonen in zwei Gruppen unterteilt. Die einen Testpersonen sollten entscheiden, ob sie den anderen lieber einen MP3-Spieler schenken würden oder einen MP3-Spieler mit einem zusätzlichen Musik-Download. Eine Mehrzahl entschied sich für die Geschenk-Kombination, da sie das Geschenk durch ein kleineres zusätzliches Präsent aufgewertet sahen.

Anzeige

Nun baten die Forscher die Beschenkten um eine Bewertung des Geschenks, indem sie angeben sollten, was sie für das Geschenk ausgegeben hätten. Durchschnittlich 185 Euro hätten sie für das Musikgerät allein bezahlt, paradoxerweise aber nur 135 Euro für die Kombination. Erstaunt stellten die Psychologen fest, dass die Empfänger das Geschenk anders bewerteten als derjenige, der das Geschenk ausgesucht hatte. Tatsächlich empfanden die Beschenkten die Beigabe des Musik-Gutscheins als Wertminderung des MP3-Spielers.

Dieses psychologische Muster wiederholte sich in sechs weiteren Experimenten, in denen auch Szenarien wie Werbeversprechen und Gerichtsurteile untersucht wurden. Die Forscher vermuten, dass der Empfänger den Eindruck mehrerer Geschenke im Durchschnitt sehe und dies zu ungunsten des wertvollsten Präsents gehe. Daher sei weniger manchmal mehr. Der Schenker könne dem Problem letztlich ganz einfach vorbeugen, meinte Studienleiterin Weaver: "Versetz dich einfach in die Perspektive des Beschenkten".

FH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Warum Frauen öfter Migräne haben

Die Hormone könnten dabei eine wichtige Rolle spielen.

Wo sich Keime im Flugzeug wohl fühlen

Auf bestimmten Oberflächen tummeln sich besonders viele Erreger.

Warum Handys die Augen schädigen

Blaues Licht zerstört offenbar Zellen im Auge, die für das Sehen zuständig sind.

Eltern sind wichtiger als Freunde

Das gilt auch für junge Erwachsene, wie eine neue Studie zeigt.

Vielseitige Ernährung nicht immer gesund

Wer sich vielseitig ernährt, nimmt häufig auch mehr Kalorien zu sich.

Alkohol macht Lust auf Ungesundes

Bier, Wein & Co wirken sich auch auf unsere Ernährungsgewohnheiten aus.

Neues Medikament beugt Herzinfarkt vor

Der Wirkstoff greift Darmbakterien an, die an Herz-Kreislauf-Krankheiten beteiligt sind.

Bakterien trotzen Desinfektionsmittel

Krankenhauskeime werden zunehmend resistent gegenüber Desinfektionsmitteln.

Psychische Krankheit wegen Virus?

Ein Herpesvirus könnte für Depressionen und bipolare Störungen verantwortlich sein.

Pflegende Angehörige schlafen oft schlecht

9 von 10 Menschen, die ihre demenzkranken Angehörigen pflegen, leiden unter Schlafmangel.

Kopfverletzung: Bluttest statt CT?

Der Test liefert deutliche Hinweise auf schwere Komplikationen wie Hirnblutungen.

Länger ansteckend bei Übergewicht?

Das Körpergewicht könnte für die Verbreitung der Grippe eine Rolle spielen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen