Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Wassergymnastik macht Patienten mobil

Aktuelles

Mann und Frau machen Wassergymnastik

Wassergymnastik ist eine schonende Methode, um nach Gelenkoperationen wieder beweglich zu werden.
© AOK-Mediendienst

Mi. 21. Dezember 2011

Frühe Wassergymnastik hilft nach Knie-OP

Patienten, die eine Knieprothese bekommen haben, sollten schon sechs Tage nach der Operation mit Wassergymnastik beginnen. Das fördert die Beweglichkeit der Prothese und vermindert Schmerzen und Steifheit im betroffenen Bein. So die Ergebnisse einer Studie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein in Kiel. Allerdings gilt dies nur für Knieprothesen. Nach einer Hüftprothese sollte erst nach 14 Tagen mit der Wassergymnastik begonnen werden.

Obwohl die Experten in den letzten Jahren immer häufiger Operationen für Knieprothesen und Hüftprothesen durchführen, sind sie sich über die optimale Nachsorge nach solchen Eingriffen noch uneins. Sicher ist, dass Wassergymnastik eine wirkungsvolle Therapie zur Mobilisierung der operierten Gelenke ist. Typischerweise wird damit etwa zwei Wochen nach der Operation begonnen, wenn die OP-Wunden verheilt sind. Die neue Studie zeigt nun, dass zumindest bei der Knieoperation schon früher mit der Wassergymnastik begonnen werden kann.

Anzeige

In der Studie wurden Patienten nach Einsatz einer Hüft- bzw. Knieprothese zufällig in zwei Gruppen eingeteilt. Die einen begannen schon an Tag sechs nach der Operation mit der Wassergymnastik, die andern erst an Tag 14. Die Patienten wurden an drei Tagen in der Woche für etwa 30 Minuten behandelt. Die letzte Wassergymnastikstunde fand fünf Wochen nach der OP statt. Drei, sechs, zwölf und 24 Monate nach der Operation wurden die Patienten dann nach ihren Schmerzen befragt und ihre Gelenke auf Beweglichkeit hin untersucht.

Bei den Knieprothesen klagten die Patienten weniger häufig über Schmerzen und Steifigkeit und hatten auch beweglichere Gelenke, wenn mit der Wassergymnastik bereits am sechsten Tag nach der Operation begonnen wurde. Im Gegensatz dazu waren der Heilungsverlauf und die Therapiezufriedenheit bei den Patienten mit Hüftprothesen besser, wenn man bis zum Tag 14 mit der Wassergymnastik wartete.

Die Forscher erklären das damit, dass Patienten direkt nach der Hüftprothesen-Operation generell zufriedener seien, da sie durch die Operation von ihren starken Schmerzen befreit würden. Ein zusätzliches Angebot wie die Wassergymnastik könne die Zufriedenheit also nicht wesentlich steigern. Zudem sei ein späterer Wassergymnastik-Start besser, da die Hautwunden nach einer Hüft-Operation großflächiger seien und daher länger bräuchten, um komplett zu heilen.

Anders die Begründung bei den Knieprothesen: beim Einsatz einer Knieprothese würde die Gelenkkapsel wieder verschlossen. Die Wassergymnastik vermindere die Ergüsse in der Gelenkkapsel, was die Schmerzen reduziere. Bei der Hüftoperation hingegen wird die Gelenkkapsel nicht wieder verschlossen. Der Effekt der Wassergymnastik auf die Ergussbildung bleibe somit aus.

KK

Weitere Artikel des Themenspecials "Gesunde Gelenke"

Themenspecial Gesunde Gelenke

Eine Zusammenstellung interessanter Beiträge zum Thema gesunde Gelenke.

Gelenkschmerzen: immer in Bewegung bleiben

Bewegung hält die Gelenke fit und beugt Schmerzen vor.

Leichtes Training schont die Knie

Zu viel Sport kann den Gelenkverschleiß forcieren.

Wassergymnastik macht Patienten mobil

Früher Beginn der Gymnastik macht nach Kniegelenk-Ersatz schnell wieder beweglich.

Künstliche Gelenke verbessern Sexleben

Wenn Schmerzen oder Steifheit Vergangenheit sind, kommt der Spaß im Bett zurück.

Keine Knieschäden durch Marathon

Trotz großer Belastung bleiben die Kniegelenke heil.

Das Knie

Ein Gelenk mit kompliziertem Aufbau.

Kniegelenk-Verschleiß

Prüfen Sie hier Ihr Risiko.

Kennen Sie Ihre Gelenke?

Testen Sie hier Ihr Wissen.

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Immuntherapie bei Lungenkrebs

Ein Experte klärt über die Chancen und Grenzen der neuen Krebstherapie auf.

Statine schützen vor Thrombose

Die Cholesterinsenker zeigen interessante "Nebenwirkungen".

Stress im Job erhöht Krebsrisiko

Auswirkungen zeigen sich jedoch erst nach einer bestimmten Zahl von Jahren.

Interessante Theorie zur Arteriosklerose

Deutscher Herzchirurg stellt die bisherige Lehrmeinung infrage.

Feinstaub kann Viren wecken

Nanopartikel aus Abgasen reaktivieren Krankheitserreger im Lungengewebe.

Asthma: neue Leitlinien geplant

Die Asthmatherapie wird genauer, individueller und flexibler als früher.

Biosensoren spüren Krankheiten auf

Tragbare Sensoren am Körper könnten zur Früherkennung vieler Krankheiten beitragen.

Yoga lindert Rückenschmerzen

Regelmäßige Übungen verbessern die Beweglichkeit und lindern Schmerzen.

Achillessehnenriss: OP nicht immer nötig

Auch eine konservative Behandlung mit abnehmbarem Schuh zeigt gute Ergebnisse.

Rotes Fleisch fördert Darmentzündungen

Mit kleinen Änderungen im Speiseplan lässt sich das Risiko jedoch senken.

Stottern: Hirn schlecht durchblutet

Forscher sind auf der Suche nach der Ursache für die Sprachstörung.

Säureblocker erhöhen die Infektionsgefahr

Magen-Darm-Keime haben es leichter, wenn Medikamente die Magensäure reduzieren.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen