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Eine Studie hat den Mythos widerlegt, dass Jungen in Mathe besser seien als Mädchen. Gleichberechtigung fördert das Mathematik-Verständnis bei beiden Geschlechtern.
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Di. 13. Dezember 2011

Mathe: Jungen sind nicht besser als Mädchen

Jungs sind besser in Mathe – das ist eine weit verbreitete Annahme. Eine große amerikanische Studie der Universität von Wisconsin in Madison widerlegt nun den Mythos, dass die Mathematikfähigkeiten mit dem Geschlecht zusammenhängen.

Für ihre Studie haben die Wissenschaftler der Universität von Wisconsin Daten aus zwei großen internationalen Untersuchungen herangezogen, der International Mathematics and Science Study von 2007 und des Programme in International Student Assessment von 2009. Schon seit Jahren beschäftigen sich solche Untersuchungen mit den mathematischen Fähigkeiten von Schülern und Studenten. Da aber zunehmend mehr nicht-westliche Staaten an den Untersuchungen teilnehmen, erlauben die neuen Daten nun auch eine Analyse der kulturellen Effekte bei den Vorlieben für oder gegen bestimmte Schul- und Studienfächer.

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Die angeblich besseren mathematischen Leistungen von Jungen wurden bisher mit der Ungleichbehandlung der Geschlechter im Unterricht erklärt. Studien hatten gezeigt, dass in muslimischen Ländern Mädchen und Jungen in mathematischen Tests ähnlich abschnitten, es also keine Überlegenheit der Jungen gab. In diesen Ländern aber würden die Kinder nach Geschlechtern getrennt unterrichtet. Dies, so die Experten, fördere die Fähigkeiten der Mädchen in der Mathematik.

Die neuen Zahlen der Experten aus Wisconsin sprechen nun eine andere Sprache. Im Mittleren Osten - etwa in Bahrain oder im Oman- schnitten die Mädchen in den Mathematiktests zwar nicht besonders gut ab, die Jungs aber lieferten noch schlechtere Ergebnisse. Und das obwohl die Kinder in unterschiedlichen Klassen unterrichtet wurden. Offensichtlich, so die Autoren, spiele Mathematik in den Lehrplänen der Jungen eine untergeordnete Rolle, da viele von ihnen religiöse Schulen besucht hätten.

Die Unterschiede in den mathematischen Fähigkeiten seien daher eher auf landesspezifische soziale Faktoren zurückzuführen als auf biologische Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen. Viele Menschen glauben, dass Gleichberechtigung eine Nullrechnung sei: Wenn Frauen mehr Geld verdienen würden, würden Männer eben weniger bekommen, so dass sich die Effekte ausgleichen. Gerade was das Mathematikverständnis angeht, ist dem aber eindeutig nicht so.

Insgesamt zeigt sich in der neuen Studie, dass die Wahrscheinlichkeit, in Mathematik gut abzuschneiden, umso höher liegt, je stärker die Gleichberechtigung in ihrem Umfeld ausgeprägt ist. Und das gilt nicht nur für Mädchen, sondern auch für Jungen.

KK

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