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Einer Studie zufolge scheinen Magenbakterien vor Durchfall zu schützen.
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Mi. 28. Dezember 2011

Magenbakterien schützen vor Durchfall

Das Bakterium Helicobacter pylori kann Magengeschwüre verursachen. Israelische Forscher haben jetzt herausgefunden, dass der gefürchtete Magenkeim aber auch vor einigen Durchfallerkrankungen schützen kann. Einer Studie zufolge erkrankten Soldaten, die Helicobacter pylori beherbergten, seltener an Durchfall.

In der Studie untersuchten Wissenschaftler der Tel Aviv University in Israel 595 Soldaten im Alter zwischen 18 und 21 Jahren, von denen etwa jeder Dritte sich während der Ausbildung im Gelände wegen Durchfallerkrankungen im Krankenhaus vorstellte. Bei allen Soldaten wurden vor Beginn der Ausbildung Blutproben auf das Magenbakterium hin untersucht, da die Forscher wissen wollten, welche der Soldaten mit Helicobacter infiziert waren.

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Zwischen 32 und 36 Prozent der Soldaten, die an Durchfall litten, waren mit dem Magenbakterium infiziert. Allerdings bekamen aber gut 56 Prozent der Soldaten, die mit Helicobacter infiziert waren, im Verlauf ihrer Ausbildung keinen Durchfall. Die Forscher errechneten aus diesen Angaben, dass Soldaten, die Helicobacter pylori in ihrem Magen beherbergten, ein um 60 Prozent geringeres Risiko hatten, an einer Durchfallerkrankung mit dem Darmbakterium Shigella zu erkranken. Auch die Wahrscheinlichkeit für Infektionen mit Escherischia coli (kurz: E. coli) war unter den Soldaten, die Helicobacter trugen, geringer.

Wahrscheinlich verändert das Magenbakterium Helicobacter pylori den Säuregehalt des Magen-Darm-Traktes, vermuten die Forscher. Ein stark säurehaltiger Darm biete Durchfall auslösenden Bakterien weniger Möglichkeiten, sich auszubreiten. Zudem halte ein Immunsystem, das mit Helicobacter pylori zu kämpfen habe, auch andere Bakterien des Verdauungstrakts in Schach. Das Magenbakterium Helicobacter pylori schütze so vor Durchfallerkrankungen.

KK

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