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Frau im Krankenhausbett

Patienten nach einer Nierentransplantation werden in Deutschland bestens betreut, sagt eine Studie.
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Mo. 05. Dezember 2011

Nierentransplantation: Patienten haben in Deutschland bessere Chancen als in USA

Nach einer Nierentransplantation sind in Deutschland die Überlebensraten besser als in den USA, sagen Wissenschaftler der Berliner Charité und nennen Gründe.

Zwei Gründe nennen die Berliner Wissenschaftler für die hierzulande besseren Überlebenschancen von Patienten mit komplexem Nierenversagen: Die bessere Qualität der Dialyse und vor allem ein gut funktionierendes Vergabesystem für Organe zur Transplantation in Europa. Dieses erfasse und analysiere die Daten von Organspendern und Empfängern mit dem Ziel, zur Verfügung stehende Organe geeigneten Empfängern optimal zuordnen zu können.

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Besonders schwierig findet sich ein geeignetes Spenderorgan, wenn Anwärter Abwehrstoffe gegen bestimmte Merkmale gebildet haben. Dies kann zum Beispiel nach Schwangerschaften der Fall sein oder bei Patienten, die Blutspenden erhalten haben. In den USA haben Wissenschaftler versucht, die Chancen auf ein neues Organ zu erhöhen, indem sie das Blutplasma der Patienten mitsamt den Abwehrstoffen ersetzten und zusätzlich das Immunsystem der Patienten stark unterdrückten. Dies führte nach zunächst erfolgreicher Transplantation jedoch häufig zu Komplikationen. So starben im ersten Jahr nach der Transplantation zehn Prozent der Patienten, nach fünf Jahren lebten noch 80 Prozent, schreiben die Wissenschaftler der Berliner Charité. Vergleichdaten zeigen, dass hierzulande nach fünf Jahren 90 Prozent der Patienten überlebt hatten.

Professor Dr. Klemens Budde, Oberarzt der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie am Campus Charité Mitte, hält vor dem Hintergrund dieser Zahlen Maßnahmen, bei dem Abwehrstoffe ausgeschaltet oder die Immunantwort der Patienten sehr stark vermindert wird, für unnötig. Verfahren, bei denen der jeweils beste Spender gesucht werde, seien für Risikopatienten wesentlich besser geeignet. Durch die bessere Gewebeübereinstimmung sei eine weniger starke Unterdrückung des Immunsystems ausreichend. Das reduziere auch mögliche Nebenwirkungen.

Auch ein Blick zu den Dialysepatienten auf der Warteliste zeigt eine bessere Versorgung in Deutschland als in den USA. In dieser Gruppe verstarben dort fast neun Prozent der Patienten im ersten Jahr, nach fünf Jahren waren 34 Prozent gestorben. Im Vergleich dazu lebten in Berlin und Brandenburg nach fünf Jahren noch etwa 90 Prozent der Dialyse-Patienten auf der Warteliste der Charité.

MP

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