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Gemüse auf dem Markt

Warum immer Fleisch bei Eisenmangel? Viele Gemüsesorten enthalten Eisen, das ebenfalls vom Körper gut aufgenommen wird.
© mauritius images

Di. 24. Januar 2012

Eisenmangel: Gemüse als Alternative zu Fleisch

Eisen kann nicht nur aus Fleisch, sondern auch sehr gut aus pflanzlichen Produkten aufgenommen werden. Das hat ein Team von Wissenschaftlern des Children's Hospital Oakland Research Institute in den USA entdeckt.

Eisen ist ein wichtiges Spurenelement in unserem Stoffwechsel. Es ist vor allem an der Blutbildung und dem Sauerstofftransport in den roten Blutkörperchen beteiligt. Bisher war man immer davon ausgegangen, dass Eisen hauptsächlich aus Fleisch aufgenommen wird. Gerade Vegetarier würden daher oft an einem Eisenmangel und der damit verbundenen Blutarmut leiden.

Die amerikanischen Wissenschaftler konnten nun in zwei Experimenten zeigen, dass auch Gemüse eine ausreichende Eisenquelle ist: Im Tierversuch wurden sowohl die Eisenkomplexe wie sie etwa in Fleisch vorkommen als auch das Ferritin, ein mit Eiweiß ummantelter Eisenkomplex aus pflanzlichen Nahrungsquellen, ausreichend über den Darm aufgenommen. Zusätzlich zeigte sich, dass Ferritin und Eisen über unterschiedliche Wege durch die Darmwand in den Blutstrom gelangen. Eisenpräparate behindern also die Aufnahme des Ferritins nicht.

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Die Eisenaufnahme aus Ferritin sei nicht nur effektiv, sondern nach Angabe der Forscher für den Körper sogar verträglicher als die Gabe von Eisenpräparaten. Durch das Ferritin würden mehrere tausend Eisenatome gleichzeitig aufgenommen werden, wogegen aus den Eisenpräparaten immer nur ein Eisenatom nach dem anderen durch die Darmwand in den Blutstrom gelangt. Dabei müssen Zellen im Verdauungstrakt für den Transport jedes einzelnen Eisenatoms Energie aufwenden. Ferritin führe so zu weniger Darmirritationen.

Hilfreich ist diese Erkenntnis nicht nur für Vegetarier. Auch in Gegenden, in denen Fleisch rar ist und daher nur selten verzehrt wird, könnte die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Quellen das Risiko einer Eisenmangelanämie deutlich vermindern – auch in Entwicklungsländern. Gerade hier sollte man statt auf teure Nahrungsergänzungsmittel eher auf die bereits vorhandenen und bezahlbaren pflanzlichen Eisenquellen setzen. Noch seien die genauen Mechanismen der Aufnahme des Ferritin nicht abschließend geklärt. Allerdings seien Gemüse mit hohem Ferritingehalt, zum Beispiel Hülsenfrüchte, für Menschen, bei denen ein Eisenmangel droht, eine sinnvolle Alternative für Fleisch.

Eisenmangel ist die häufigste Mangelerkrankung weltweit – sowohl in Industriestaaten als auch in Entwicklungsländern. Besonders gefährdet sind Schwangere, da sich bei ihnen das Blutvolumen in kurzer Zeit um nahezu 50 Prozent erhöht. Zur Behandlung des Eisenmangels werden oft Eisenpräparate gegeben, die unangenehme Nebenwirkungen haben können: Blähungen und Verdauungsprobleme, die dann auch noch die Aufnahme des Spurenelements behindern.

KK

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