Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Immunzellen sorgen für Blutdruckanstieg

Aktuelles

Gestresster Geschäftsmann mit Handy

Stress fördert die Entstehung von Bluthochdruck. Wissenschaftler der Universität Mainz haben jetzt herausgefunden, dass bei der Krankheitsentstehung auch Immunzellen beteiligt sind.
© Claudia Paulussen - Fotolia

Mi. 11. Januar 2012

Mit Entzündungshemmern Bluthochdruck senken

Neue Forschungen eröffnen den Weg für neue Wirkstoffe gegen Bluthochdruck: Wissenschaftler der Universität Mainz haben herausgefunden, dass bei der Entstehung des Bluthochdrucks Immunzellen beteiligt sind. Entzündungshemmende Wirkstoffe, die gegen diese Immunzellen wirken, könnten daher Bluthochdruck senken.

Schon länger weiß man, dass Hormone wie Aldosteron, Renin und Angiotensin den Blutdruck steigern. Die Forscher der Universität Mainz konnten nun im Tierversuch zeigen, dass die sogenannten Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, den Blutdruck ebenfalls beeinflussen. Ihren Erkenntnissen zufolge sorgen erhöhte Werte des Hormons Angiotensin-II dafür, dass die Fresszellen in die Gefäßwände einwandern und dort freie Radikale produzieren. Diese freien Radikale neutralisieren das Stickstoffoxid. Normalerweise wird es von den Gefäßzellen gebildet, um die Gefäße zu erweitern und den Blutdruck in Grenzen zu halten. Die Folge: Der Blutdruck steigt.

Anzeige

Im Tierversuch führte die Gabe von Angiotensin-II dazu, dass nicht nur der Blutdruck anstieg, sondern bei den Mäusen auch vermehrt Fresszellen im Blut auftauchten. In weiteren Versuchen konnten die Forscher nachweisen, dass Makrophagen wirklich notwendig sind, um den Blutdruck ansteigen zu lassen. Dazu töteten sie die Makrophagen mit einem bestimmten Gift ab. Danach führte gespritztes Angiotensin-II bei den Tieren nicht mehr zu Bluthochdruck. Gaben sie den Tieren aber neue, frische Makrophagen ins Blut, stieg der Blutdruck durch Angiotensin-II wieder an.

Die Ergebnisse der Mainzer Wissenschaftler eröffnen neue Behandlungsmöglichkeiten für den Bluthochdruck. Allerdings vermuten sie, dass viele der auf dem Markt erhältlichen Blutdrucksenker ihre Wirkung nicht etwa in den Gefäßwänden selbst, sondern eher über die Entzündungszellen entfaltet hätten. Nun müsse verstärkt daran gearbeitet werden, Substanzen zu entwickeln, die ganz gezielt die Aktivität der Fresszellen unterdrücken und so den Blutdruckanstieg verhindern. Bis solche Wirkstoffe auf den Markt kommen, wird es aber nach Ansicht von Experten noch einige Jahre dauern.

KK

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

5 Punkte, die vor Darmkrebs schützen

Jeder kann sein Darmkrebsrisiko senken, indem er auf einen gesunden Lebensstil achtet.

Kinder: Einmal dick, immer dick?

Kinder, die mit 3 Jahren schon zu viel wiegen, werden später nicht mehr schlank.

Kommt ein Mittel gegen Zöliakie?

Schon bald könnte es ein Präparat geben, das bei Glutenunverträglichkeit hilft.

Psyche: Macht die Uni krank?

Viele Studenten sind gestresst und erschöpft. Frauen leiden besonders unter dem wachsenden Druck.

Diese 5 Lebensmittel senken den Blutzucker

Gewisse Lebensmittel und Gewürze halten den Blutzucker in Schach.

Fluorchinolone bergen große Risiken

Gewisse Antibiotika können schwere und langanhaltende Nebenwirkungen verursachen.

Fibromyalgie: Was ist die Ursache?

Entzündungen im Gehirn könnten für die Schmerzkrankheit verantwortlich sein.

Sterben oder mit HIV leben?

In Südafrika standen Ärzte vor der Entscheidung, einem todkranken Kind die Leber der HIV-positiven Mutter zu übertragen.

Jede zweite Frau erkrankt neurologisch

Demenz, Parkinson oder Schlaganfall: Eine dieser Krankheiten trifft die Hälfte aller Frauen.

Milchprotein hilft bei Chemotherapie

Lactoferrin mildert den metallischen Geschmack, der oft Nebenwirkung einer Chemo ist.

Warum Frauen in die Menopause kommen

Forscher haben eine neue Theorie dazu entwickelt.

Schützt die Pille vor Eierstockkrebs?

Auch neuere Präparate scheinen das Risiko bei jungen Frauen zu senken.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen