Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Mit Zuckerenzym die Nervenzellen retten

Aktuelles

Alter Mann fasst sich an den Kopf

Langer Sauerstoffentzug wie bei einem Schlaganfall kann dem Gehirn schaden. Forscher der Charité in Berlin haben aber nun einen Mechanismus entdeckt, der das verhindern könnte.
© damato - Fotolia

Fr. 20. Januar 2012

Mit Zuckerenzym die Nervenzellen retten

Ohne Sauerstoff und Zucker kann unser Gehirn nicht überleben. Besonders gefährlich ist das etwa bei einem Schlaganfall, bei dem durch den verminderten Blutfluss nicht nur der Sauerstoff fehlt, sondern auch die Nahrung für die Nervenzellen. Die Folge: Große Hirnareale sterben ab. Forscher der Charité in Berlin haben nun einen Mechanismus entdeckt, der das verhindern könnte.

Anzeige

Wird Hirnzellen kurzfristig der Sauerstoff entzogen, wirkt das geradezu wie ein Training: Sie können eine längeren Sauerstoffentzug danach besser überstehen. Das Forscherteam aus Berlin konnte nun zeigen, dass das offenbar an dem Enzym Hexokinase-II liegt. Es wird bei Sauerstoffmangel aktiv und übernimmt dann eine schützende Funktion für die Zellen. Normalerweise ist es vor allem im Zuckerstoffwechsel wichtig. Die Hexokinase-II baut den Zucker so "mundgerecht" um, dass die Zelle ihn verbrennen kann.

Dass die Zellen nicht so schnell absterben, ist vor allem beim Schlaganfall wichtig, bei dem durch eine Durchblutungsstörung des Gehirns die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen unterbrochen ist. Hier sei der Selbstschutz der Nervenzelle durch die Hexokinase-II eine wichtige Grundlage für weitere Forschungen, aus denen beispielsweise Medikamente zur Behandlung des Schlaganfalls entwickelt werden könnten, so die Experten. Aber auch in der Therapie von Krebs könnten die neuen Erkenntnisse helfen: Der veränderte Stoffwechsel bösartiger Tumorzellen wird beispielsweise durch die Hexokinase-II erklärt.

KK

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Schnupfen-Sekret gibt Hinweis auf Erreger

Ein einfacher Test könnte zeigen, ob es sich um einen viralen oder bakteriellen Infekt handelt.

Parodontitis deutet auf Diabetes hin

Je schwerer die Entzündung, desto höher ist das Risiko für die Zuckerkrankheit.

Was bringt eine Testosteron-Therapie?

Forscher warnen: Dem Nutzen stehen auch Risiken gegenüber.

Fettes Essen schadet dem Körper sofort

Schon eine fettreiche Mahlzeit verändert den Zuckerstoffwechsel.

Was schützt wirklich vor Mückenstichen?

Forscher haben diverse Produkte zur Insektenabwehr getestet.

Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Ein Impfstoff mit lebendigen Erregern verspricht einen vollständigen Schutz.

Vitamin D schützt vor Erkältung und Grippe

Eine regelmäßige Einnahme halbiert das Risiko für einen akuten Atemwegsinfekt.

Immuntherapie: Zwei Jahre sind zu wenig

Eine länger andauernde Behandlung lindert Heuschnupfen-Symptome besser.

Mittelmeerkost schützt das Herz

Vor allem eine Extraportion Olivenöl wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus.

Fischöl hilft bei allergischem Asthma

Für den positiven Effekt sind die Omega-3-Fettsäuren verantwortlich.

Sorgen Entzündungen für Depressionen?

Forscher haben einen neuen Ansatz zur Behandlung von Depressionen gefunden.

Woher kommen die Rückenschmerzen?

Durch einige Hinweise lässt sich eingrenzen, wo die Ursache für die Schmerzen liegt.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen