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Anopheles-Stechmücke

Millionen Patienten weltweit leiden unter der Malaria, die von der Anopheles-Stechmücke übertragen wird. Malaria-Medikamente aber sind teuer. Ein neues Verfahren verspricht jetzt Abhilfe.
© Yanik Chauvin - Fotolia

Mi. 18. Januar 2012

Malaria: Neue Technik für preiswertes Medikament

Der Malariawirkstoff Artemisinin wird aus dem Einjährigen Beifuß gewonnen. Das ist teuer, und die Ausbeuten reichen längst nicht für Medikamente für die Millionen Patienten weltweit. Ein neues Verfahren kann Abhilfe schaffen.

Kostengünstig und in großer Menge lässt sich der wertvolle Malaria-Wirkstoff Artemisinin, der bislang aufwendig aus dem Einjährigen Beifuß extrahiert werden muss, zukünftig künstlich herstellen. Chemiker des Potsdamer Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung haben gezeigt, wie aus einem Abfallprodukt mit Hilfe von Licht die Ausbeute vervielfacht werden kann.

"Wir verwandeln das Abfallprodukt Artemisininsäure in einem einzigen Schritt in den Wirkstoff Artemisinin", sagt Professor Dr. Peter Seeberger. "Und wir haben dafür eine einfache Apparatur entwickelt, die es erlaubt, große Mengen sehr kontrolliert herzustellen." Der einzige bisher bekannte Reaktionsweg erfordere einige Arbeitsschritte, nach denen die Zwischenprodukte immer aufwendig isoliert werden müssten – das sei viel zu teuer, um eine probate Alternative für die Produktion aus Pflanzen zu bieten. Für die Umwandlung benötigt man vor allem eines: ultraviolettes Licht.

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"Die Fotochemie stellt ein einfaches und preiswertes Mittel dar, die Pharmaindustrie nutzt sie bislang aber nicht, weil sie sich so schlecht kontrollieren und kaum in großem Maßstab betreiben ließ", erklärt er. In die großen Reaktionsgefäße, mit denen Industrieunternehmen arbeiten, dringen Lichtblitze von außen nicht tief genug ein. Genau dieses Problem lösen die Wissenschaftler mit einem raffinierten Trick: Sie schicken das Reaktionsgemisch mit allen nötigen Zutaten durch einen dünnen Schlauch, den sie um eine Lampe mit ultraviolettem Licht gewickelt haben. In dieser Konstruktion durchdringt das Licht das gesamte Gemisch und bringt die chemische Umwandlung sehr effizient in Gang. So fließe aus dem Schlauch nach nur viereinhalb Minuten eine Lösung, in der 40 Prozent der Artemisininsäure zu Artemisinin geworden sei. 800 solcher Apparaturen könnten ausreichen, um den weltweiten Bedarf zu decken, schätzt er.

Der Bedarf ist immens. Die WHO schätzte die Zahl der Erkrankten im Jahr 2009 auf 243 Millionen Menschen, das Robert-Koch-Institut auf bis zu 500 Millionen. Eine Millionen Menschen sterben jedes Jahr an Malaria, die Hälfte davon Kinder.

MP

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