Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Zauberpilze dämpfen das Hirn

Aktuelles

Magic Mushrooms

Zauberpilze bewirken Bewusstseinsveränderungen und Halluzinationen ähnlich wie LSD.
© observer.org/Gerhard Koller / MM

Do. 26. Januar 2012

Zauberpilze dämpfen das Hirn

Sogenannte Zauberpilze, deren Wirkstoff Psilocybin Halluzinationen auslöst, steigern nicht etwa die Hirnaktivität, sondern dämpfen bestimmte Areale des Gehirns. Das haben britische und dänische Wissenschaftler des Imperial College in London und der Universität von Kopenhagen herausgefunden. Die neuen Erkenntnisse über die Wirkung der "Magic Mushrooms" könnten bei der Entwicklung neuer Medikamente etwa gegen Depressionen helfen.

Anzeige

Die Wissenschaftler haben nun die Wirkung des Psilocybins genauer untersucht. Dazu verabreichten sie 15 gesunden Freiwilligen den Wirkstoff und untersuchten sie dann in einem sogenannten funktionellen Kernspin, mit dem man die Aktivität in den Hirnarealen messen kann. Zusätzlich sollten die Testpersonen ihre Sinneseindrücke auf einer Skala bewerten, besonders die Veränderung in der Wahrnehmung von Zeit und Raum und in der Vorstellungskraft.

Das Ergebnis: Je stärker die Wahrnehmung der Teilnehmer durch die Droge verändert war, desto geringer war die Durchblutung in denjenigen Hirnarealen, die am stärksten mit anderen Hirnregionen verknüpft sind. Diese Hirnregionen beschleunigen den Informationsfluss im Gehirn. Durch das Psilocybin bliebe diese Beschleunigung aus, was auch die bewusstseinsverändernden Effekte des Wirkstoffs erkläre.

Interessant ist diese Erkenntnis vor allem darum, weil dieselben Hirnregionen bei psychischen Erkrankungen wie etwa Depressionen überaktiv sind. Daher könnten sich aus den Forschungsergebnissen neue Möglichkeiten zur Entwicklung von Antidepressiva ergeben. Magic Mushrooms sind als Therapie gegen Depressionen jedoch nicht zu empfehlen, denn die Zauberpilze können durchaus unangenehme Nebenwirkungen haben: Zahlreiche Konsumenten klagen über Horror-Trips mit Angstzuständen und häufig wiederkehrende Erinnerungen daran.

KK

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Lügensignale können trügen

Körpersignale, die auf Lügen hindeuten können, sind weit weniger eindeutig als oft gedacht.

5 Punkte, die vor Darmkrebs schützen

Jeder kann sein Darmkrebsrisiko senken, indem er auf einen gesunden Lebensstil achtet.

Kinder: Einmal dick, immer dick?

Kinder, die mit 3 Jahren schon zu viel wiegen, werden später nicht mehr schlank.

Kommt ein Mittel gegen Zöliakie?

Schon bald könnte es ein Präparat geben, das bei Glutenunverträglichkeit hilft.

Psyche: Macht die Uni krank?

Viele Studenten sind gestresst und erschöpft. Frauen leiden besonders unter dem wachsenden Druck.

Diese 5 Lebensmittel senken den Blutzucker

Gewisse Lebensmittel und Gewürze halten den Blutzucker in Schach.

Fluorchinolone bergen große Risiken

Gewisse Antibiotika können schwere und langanhaltende Nebenwirkungen verursachen.

Fibromyalgie: Was ist die Ursache?

Entzündungen im Gehirn könnten für die Schmerzkrankheit verantwortlich sein.

Sterben oder mit HIV leben?

In Südafrika standen Ärzte vor der Entscheidung, einem todkranken Kind die Leber der HIV-positiven Mutter zu übertragen.

Jede zweite Frau erkrankt neurologisch

Demenz, Parkinson oder Schlaganfall: Eine dieser Krankheiten trifft die Hälfte aller Frauen.

Milchprotein hilft bei Chemotherapie

Lactoferrin mildert den metallischen Geschmack, der oft Nebenwirkung einer Chemo ist.

Warum Frauen in die Menopause kommen

Forscher haben eine neue Theorie dazu entwickelt.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen