Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Trauer erhöht die Herzinfarktgefahr

Aktuelles

Traurige Frau lehnt sich an einen Baum

Leidendes Herz: Nach dem Tod eines Angehörigen erhöht sich die Gefahr, einen Herzinfarkt zu erleiden.
© Techniker Krankenkasse

So. 15. Januar 2012

Gebrochenes Herz: Trauer erhöht Herzinfarktgefahr

Beim Tod eines geliebten Menschen hat das Herz gleich doppelt zu leiden: Im übertragenden Sinn muss es mit dem Verlust fertig werden. Im rein medizinischen Sinn steigt aber in den Tagen und Wochen nach dem Tod des Angehörigen auch die Gefahr, einen Herzinfarkt zu erleiden.

Wissenschaftler des Harvard Medical School's Beth Israel Deaconess Medical Center und der School of Public Health in Boston untersuchten in einer Studie 1.985 Patienten, die einen Herzinfarkt überlebt hatten. Dabei beantworteten die Patienten ausführlich Fragen zu dem Umständen ihres Herzinfarktes, unter anderem auch dazu, ob sie kurz zuvor einen Todesfall im Familien- oder Bekanntenkreis hatten und wie ihre Beziehung zu dem Verstorbenen war.

Anzeige

Durch den Verlust eines geliebten Menschen erhöhte sich das Herzinfarktrisiko für den Trauernden demnach am ersten Tag um den Faktor 21 und im ersten Monat um das Sechsfache. Interessant dabei: Trauernde Witwen tragen ein besonders hohes Risiko durch Herzinfarkt oder Schlaganfall zu versterben.

Psychischer Stress wie etwa im Rahmen der Trauer kann zu einem Anstieg von Herzfrequenz und Blutdruck führen und die Blutgerinnung beeinflussen. Gerade zu Beginn der Trauer klagen viele Menschen über Schlaflosigkeit und Appetitverlust, die Kortisonspiegel sind oft erhöht – alles Faktoren, die einen Herzinfarkt auslösen können. Viele Trauernde würden zudem die Einnahme von Medikamenten vernachlässigen und sich zu wenig um ihre eigene Gesundheit kümmern. Hinterbliebene sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie in den ersten Wochen und Monaten nach dem Verlust ein höheres Herzinfarktrisiko haben, stellen die Autoren fest. Daher sei es besonders wichtig, dass Betroffene auch in der Trauer die Warnzeichen eines Herzinfarktes wie Brustenge, Oberbauchbeschwerden, Kurzatmigkeit oder Schweißausbrüche ernst nehmen und ärztlichen Rat suchen.

KK

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Lügensignale können trügen

Körpersignale, die auf Lügen hindeuten können, sind weit weniger eindeutig als oft gedacht.

5 Punkte, die vor Darmkrebs schützen

Jeder kann sein Darmkrebsrisiko senken, indem er auf einen gesunden Lebensstil achtet.

Kinder: Einmal dick, immer dick?

Kinder, die mit 3 Jahren schon zu viel wiegen, werden später nicht mehr schlank.

Kommt ein Mittel gegen Zöliakie?

Schon bald könnte es ein Präparat geben, das bei Glutenunverträglichkeit hilft.

Psyche: Macht die Uni krank?

Viele Studenten sind gestresst und erschöpft. Frauen leiden besonders unter dem wachsenden Druck.

Diese 5 Lebensmittel senken den Blutzucker

Gewisse Lebensmittel und Gewürze halten den Blutzucker in Schach.

Fluorchinolone bergen große Risiken

Gewisse Antibiotika können schwere und langanhaltende Nebenwirkungen verursachen.

Fibromyalgie: Was ist die Ursache?

Entzündungen im Gehirn könnten für die Schmerzkrankheit verantwortlich sein.

Sterben oder mit HIV leben?

In Südafrika standen Ärzte vor der Entscheidung, einem todkranken Kind die Leber der HIV-positiven Mutter zu übertragen.

Jede zweite Frau erkrankt neurologisch

Demenz, Parkinson oder Schlaganfall: Eine dieser Krankheiten trifft die Hälfte aller Frauen.

Milchprotein hilft bei Chemotherapie

Lactoferrin mildert den metallischen Geschmack, der oft Nebenwirkung einer Chemo ist.

Warum Frauen in die Menopause kommen

Forscher haben eine neue Theorie dazu entwickelt.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen