Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung ADHS: mögliches Risiko durch Narkose

Aktuelles

Kind schläft im Krankenhausbett.

Ein Eingriff mit Narkose ist auch für Kinder manchmal unumgänglich.
© barneyboogles - Fotolia

So. 05. Februar 2012

ADHS: mögliches Risiko durch Narkose

Kinder, die in jungen Jahren mehrfach Narkosen über sich ergehen lassen mussten, bekommen häufiger das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ADHS. Das sagen Ärzte von der Mayo Clinic in Rochester, USA, nach Auswertung von Studiendaten.

Anzeige

Studien, die eine Verbindung von Vollnarkosen und ADHS bei Tieren gefunden hatten, machten Dr. David Warner hellhörig. Er ist Kinder-Anästhesist an der Mayo Clinic. Warner schaute sich daraufhin Akten über den schulischen Werdegang von Kindern aus Rochester an, die zwischen 1976 und 1982 geboren waren. Darin waren auch Angaben zu möglichen Lernschwächen und ADHS enthalten. Im zweiten Schritt machte er von 341 dieser Kinder, die vor ihrem 19 Lebensjahr ADHS bekommen hatten, Krankenhausakten ausfindig. So konnte er feststellen, ob sie sich als Kleinkinder operativen Eingriffen hatten unterziehen müssen.

Tatsächlich ergab die genauere Analyse, dass 17,9 Prozent der Kinder, die in den ersten drei Lebensjahren zwei oder mehr Narkosen mitgemacht hatten, ADHS entwickelten. Von den Kindern ohne Narkosen in diesem Alter waren später nur 7,3 Prozent von dem Syndrom betroffen.

"Diese Untersuchung bedeutet nicht unbedingt, dass Narkose ADHS auslöst", stellt Warner klar. Es kämen dafür durchaus auch noch andere Faktoren in Betracht. "Allerdings sollten diese Ergebnisse Anlass sein, diesen Zusammenhang in weiteren Studien genauer zu erforschen", empfahl der Anästhesist.

RF

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Eltern sind wichtiger als Freunde

Das gilt auch für junge Erwachsene, wie eine neue Studie zeigt.

Vielseitige Ernährung nicht immer gesund

Wer sich vielseitig ernährt, nimmt häufig auch mehr Kalorien zu sich.

Alkohol macht Lust auf Ungesundes

Bier, Wein & Co wirken sich auch auf unsere Ernährungsgewohnheiten aus.

Neues Medikament beugt Herzinfarkt vor

Der Wirkstoff greift Darmbakterien an, die an Herz-Kreislauf-Krankheiten beteiligt sind.

Bakterien trotzen Desinfektionsmittel

Krankenhauskeime werden zunehmend resistent gegenüber Desinfektionsmitteln.

Psychische Krankheit wegen Virus?

Ein Herpesvirus könnte für Depressionen und bipolare Störungen verantwortlich sein.

Pflegende Angehörige schlafen oft schlecht

9 von 10 Menschen, die ihre demenzkranken Angehörigen pflegen, leiden unter Schlafmangel.

Kopfverletzung: Bluttest statt CT?

Der Test liefert deutliche Hinweise auf schwere Komplikationen wie Hirnblutungen.

Länger ansteckend bei Übergewicht?

Das Körpergewicht könnte für die Verbreitung der Grippe eine Rolle spielen.

Wie Ingwer für frischen Atem sorgt

Forscher haben die Wirkung bestimmter Inhaltsstoffe genauer untersucht.

Telomere: Nicht nur die Länge ist wichtig

Auch die Struktur der Telomere spielt für die Gesundheit eine wichtige Rolle.

E-Bikes verbessern die Ausdauer

Vor allem untrainierte Menschen profitieren von Pedelecs.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen