Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Babys wissen, was andere denken

Aktuelles

Gruppe von Kleinkindern

Tja, was denken die anderen wohl gerade? Kleinkinder können sich wesentlich früher in ihr Gegenüber versetzen als bisher vermutet.
© Anatoliy Samara - Fotolia

Sa. 25. Februar 2012

Warum bereits Einjährige mit fremden Augen sehen können

Ab welchem Alter können Kinder die Gedanken anderer richtig einschätzen? Verschiedene Tests kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Nun gibt es eine neue Theorie.

Wissen oder sich zumindest vorstellen können, was das Gegenüber denkt – kinderleicht ist das nicht, auch wenn bereits in jüngsten Jahren die Grundlagen dazu gelegt werden. Schon Einjährige können eigene und fremde Überzeugungen unterscheiden, schreiben Professor Dr. Albert Newen und Dr. Leon de Bruin vom philosophischen Institut der Ruhr-Universität Bochum in einem Fachartikel, der in der Zeitschrift Cognition erschienen ist. Weitere drei Jahre dauert es, bis diese Fähigkeit vollständig ausgebildet ist und Kinder die Perspektive eines anderen einnehmen können. Dass Tests zu diesen Fähigkeiten unterschiedlich ausfallen, liegt vor allem daran, dass manche Tests handlungs- und andere sprachbasiert arbeiten, so die Wissenschaftler.

Anzeige

Und so kann ein Test aussehen: Vierjährige, aber auch jüngere Kinder beobachten folgende Szene: Eine Person bringt einen Ball in einen Raum, legt ihn in einen Korb und entfernt sich wieder. Nun kommt eine weitere Person herein, nimmt den Ball aus dem Korb und legt ihn in eine Schachtel. Wo würde die erste Person den Ball suchen? Da wo sie ihn hingelegt hatte, würden Vierjährige antworten, nämlich im Korb. Sie wissen, dass sie der ersten Person Kenntnisse voraus haben und können "einen Wissensschritt" zurückgehen. Jüngere würden "in der Schachtel" antworten – aber nur wenn der Test auf Sprache beruht, fanden die Bochumer Forscher heraus und maßen stattdessen die Blickdauer, mit der die Kleinen Korb oder Schachtel fixierten. Ergebnis: Bereits die Kleinsten behielten den Korb länger im Blick, konnten also auch die Perspektive der ersten Person einnehmen.

Und wie lernt der Mensch nun verstehen, was ein anderer denkt? Die Bochumer Wissenschaftler gehen von drei sogenannten Modulen aus, die sich mit den Jahren entwickeln: Bereits die Kleinsten lernen durch Beobachten und eigenes Tun. Dann entwickelt sich die Wahrnehmung, die es ihnen erlaubt, auch eine fremde Blickrichtung einzunehmen, um herauszubekommen, was andere möchten – und umgekehrt: Mutter weiß, was Baby möchte, wenn dieses ein Ding nur lange genug anschaut. Zum Schluss kommt die Sprache hinzu, bei der – aus Babysicht zunächst seltsame – Tonfolgen helfen, sich verständlich zu machen und eben auch andere zu durchschauen.

MP

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Viel Eiweiß kann bei Übergewicht schaden

Eine sehr proteinreiche Ernährung ist unter Umständen schädlich für die Nieren.

Migräne: Diagnose dauert oft lange

Viele Patienten mit Migräne sind nicht optimal versorgt.

Mädchen sind nicht schlechter in Mathe

Das zeigen Gehirnscans von Mädchen und Jungen zwischen drei und zehn Jahren.

Weniger Hautkrebs bei jungen Menschen

Grund dafür ist vermutlich, dass sich das Bewusstsein für Sonnenschutz geändert hat.

Schadet spätes Essen der Gesundheit?

Kalorienreiches Essen nach 18 Uhr könnte ein Risiko für die Herzgesundheit sein.

Wer meditiert, ist aufmerksamer

Davon profitieren sogar Personen, die zuvor noch nie meditiert haben.

Schlaf lindert Ängste und Sorgen

Die Tiefschlafphase ist offenbar wichtig für das emotionales Gleichgewicht.

Juckreiz belastet auch die Psyche

Patienten mit Hautkrankheiten leiden häufiger gleichzeitig unter Depressionen.

Krebs mit Methadon bekämpfen?

Im nächsten Jahr startet in Deutschland eine klinische Studie mit Patienten, die unter Dickdarmkrebs leiden.

Neue Therapie bei Mukoviszidose

Eine Kombination aus drei Wirkstoffen könnte den Ausbruch der Krankheit verhindern.

Zeitumstellung: Bis zu 8 Monate Probleme

Die halbjährliche Zeitumstellung wirkt sich stärker auf die Gesundheit aus als angenommen.

Neuer Antikörper gegen Grippeviren

Der Antikörper könnte als Vorlage für die Entwicklung eines universellen Impfstoffs dienen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen