Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Ein defekter Fettsensor macht dick

Aktuelles

Übergewichtige Frau mit Brille

Ein defekter Fettsensor im Körper könnte der Grund sein, warum manche Menschen übergewichtig werden.
© K.-U. Häßler - Fotolia

Mo. 20. Februar 2012

Ein defekter Fettsensor macht dick

Ein kleiner Messfühler im Körper bestimmt unter anderem, wo der Organismus überschüssige Energie als Fett einlagert. Das haben Wissenschaftler aus Großbritannien herausgefunden. Sie erhoffen sich einen Ansatzpunkt für neue Arzneistoffe.

Ein kleiner Sensor aus Eiweiß mit dem Namenskürzel GPR120 regelt, wo im Körper überschüssige Energie in Form von Fett gespeichert wird. Wissenschaftler um Professor Dr. Philippe Froguel von der School of Public Health am Imperial College in London haben ihn auf Zelloberflächen im Darm, in der Leber und im Fettgewebe identifiziert. Der Sensor reagiert auf ungesättigte Fettsäuren aus der Nahrung, vor allem auf Omega-3-Fettsäuren, denen man positive Wirkungen für die Gesundheit zuschreibt. Mäuse mit defektem Sensor entwickelten bei fettreicher Nahrung häufiger Übergewicht und Lebererkrankungen. Menschen mit defektem Gen für diesen Sensor sprachen schlechter auf Omega-3-Fettsäuren an und waren häufiger übergewichtig.

Anzeige

Ein intakter Sensor löst in Gegenwart ungesättigter Fettsäuren die Ausschüttung von Hormonen aus, die ihrerseits ein Sättigungsgefühl bewirken. Außerdem regt er die Bauchspeicheldrüse an, Insulin auszuschütten, das den Blutzucker senkt, indem er ihn in die Zellen transportiert. Bei hohem Blutfettspiegel signalisiert er den Fettzellen, sich zu teilen und mehr Fett einzulagern, um das Risiko von Leber- und Gefäßverfettung und zu vermindern.

Mäuse mit defektem Sensor wurden bei fettreicher Nahrung nicht nur übergewichtig. Sie entwickelten außerdem eine Fettleber, hatten eine geringere Anzahl an Fettzellen und einen erhöhten Blutzucker. Die Wissenschaftler um Froguel nehmen an, dass diese Mäuse Schwierigkeiten haben, Fett auf eine gesunde Weise zu speichern. Statt im Fettgewebe landet es in verschiedenen Organen und verursacht die bekannten Probleme, zum Beispiel Typ-2-Diabetes und Herzerkrankungen.

Übergewichtig zu sein, sei nicht automatisch ungesund, sagte Froguel. Nämlich dann nicht, wenn man Fettzellen dazu bringe, das Fett zu speichern, anstatt es in inneren Organen abzulagern, wo es Krankheiten verursachen könne.

MP

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Schlechter Schlaf durch Internet & Co?

Wer spät abends noch vor dem Bildschirm sitzt, schläft weniger und schlechter.

Heißes Öl verschmutzt die Raumluft

Öl, das beim Braten aus der Pfanne spritzt, kann nicht nur der Haut schaden.

Weniger Sonne, mehr Rachitis-Patienten?

Ein Mangel an Vitamin D führt zu einer Verformung der Knochen.

Hundebesitzer leben länger

Vor allem die Gesundheit von Singles profitiert, wenn ein Vierbeiner im Haushalt lebt.

Lässt sich Typ-1-Diabetes heilen?

Bei Mäusen ist es bereits möglich, die Zuckerkrankheit rückgängig zu machen.

Wer raucht und trinkt, sieht älter aus

Alkohol und Zigaretten verändern unser Aussehen, wie eine neue Studie zeigt.

Fernsehen erhöht Thrombose-Risiko

Je mehr Zeit wir vor dem Fernseher sitzen, desto höher ist die Gefahr für ein Blutgerinnsel.

Warum Kopfschmerzen so quälend sind

Das Schmerzempfinden hängt auch mit unseren Emotionen zusammen.

Diese Lebensmittel beugen Diabetes vor

Antioxidantien verringern offenbar das Risiko für die Zuckerkrankheit.

Hitzewellen töten auf 27 Arten

Forscher haben analysiert, wie tödlich Hitze für den menschlichen Körper ist.

Wie ein Bakterium zu Magenkrebs führt

Eine Infektion mit Helicobacter pylori kann weitreichende Folgen haben.

Diabetes: Typ 3c wird oft nicht erkannt

Viele Patienten erhalten fälschlicherweise die Diagnose Typ-2-Diabetes.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen