Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Forscher finden neuartige Antibiotika

Aktuelles

Erdboden

Unbekannte Bakterien aus dem Erdboden könnten eine wahre Fundgrube für antibiotisch wirksame Substanzen sein.
© eyewave - Fotolia

Di. 28. Februar 2012

Forscher finden neuartige Antibiotika

Amerikanische Wissenschaftler der Rockefeller University in New York haben eine neue Methode entwickelt, mit der man den größten verbleibenden Pool an potentiellen Antibiotika nach neuen Wirkstoffen gegen resistente Keime durchsuchen kann. Dabei haben sie auch direkt zwei neue Antibiotika identifiziert, die gegen den gefürchteten Keim MRSA und andere resistente Bakterien wirken.

Bakterien, gegen die die herkömmlichen Antibiotika nicht mehr wirken, werden immer mehr zum Problem. Etwa 280.000 Patienten infizieren sich jedes Jahr in den USA mit dem sogenannten Methicillin-resistenten Staphylokokkus aureus (MRSA), 20.000 dieser Patienten versterben an der Infektion. Die Suche nach neuen Antibiotika beschäftigt daher Wissenschaftler in aller Welt. Hierzu werden unter anderem bislang unbekannte Bakterien aus dem Erdboden oder anderen Umweltproben in Kulturen im Labor angezüchtet. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Bakterien eine wahre Fundgrube für antibiotisch wirksame Substanzen sein könnten. Daher untersuchen sie die angezüchteten Bakterien und versuchen herauszufinden, ob sie Wirkstoffe bilden, die andere Bakterien abtöten und daher als Antibiotikum eingesetzt werden könnten.

Anzeige

Das Problem dabei: Viele der Bakterien lassen sich unter Laborbedingungen nicht ausreichend anzüchten. Die amerikanischen Wissenschaftler haben daher das Erbgut der Bakterien aus dem Erdreich isoliert und in andere Bakterien eingebaut, die dann sozusagen als Brutkasten für das Erbgut dienten. So konnten die Wissenschaftler die von den Bakterien aus dem Erdreich gebildeten Substanzen auf ihre Wirkungen hin untersuchen. Dabei fanden sie auch gleich zwei neuartige Wirkstoffe, die gegen den gefürchteten MRSA-Keim und auch einen anderen antibiotika-resistenten Darmkeim wirken. Die neue Methode – so die Wissenschaftler – könne der Medizin Zugang zu weiteren bislang unerreichbaren natürlichen Antibiotika verschaffen.

KK

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Alkohol beschleunigt die Zellalterung

Dadurch steigt das Risiko für Krankheiten Krebs, Diabetes und Demenz.

MRT: Zuckerlösung statt Kontrastmittel?

Das neue Verfahren ist für den Körper weniger belastend.

Sommerhitze macht weniger hilfsbereit

Unangenehme Temperaturen beeinflussen offenbar unser Sozialverhalten.

Typ-1-Diabetes in Zukunft heilbar?

Forscher haben einen neuen Ansatz für eine Therapie entwickelt.

Bindehautentzündung oft falsch behandelt

In den meisten Fällen ist eine Behandlung mit Antibiotikum nicht sinnvoll.

Impfung gegen hohe Cholesterinwerte?

Forscher tüfteln an einer Behandlung, mit der sich die Werte langfristig senken lassen.

Yoga lindert Rückenschmerzen

Bestimmte Übungen helfen genauso effektiv wie Physiotherapie.

Schlaganfall: Reiten hilft bei der Genesung

Das gilt sogar noch Jahre nach dem Hirnschlag, wie eine neue Studie zeigt.

Vergiftungsgefahr durch Holzkohlegrills

Wer die Grills in Innenräumen verwendet, geht ein hohes Risiko ein.

Fluglärm stört Herz und Blutdruck

Die Gesundheit leidet besonders, wenn der Lärm nachts auftritt.

Autismus durch Fieber bei Schwangeren?

Besonders hoch ist das Risiko im zweiten Abschnitt der Schwangerschaft.

Hunde helfen bei Brustkrebs-Forschung

Tumorgewebe von Hündinnen ähnelt dem Gewebe von Brustkrebs beim Menschen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen