Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Puzzles schulen das räumliche Denken

Aktuelles

Kinder beim Puzzlen

Puzzeln: Früh übt sich, wer später in Mathe gut abschneiden möchte.
© Claudia Paulussen - Fotolia

Fr. 17. Februar 2012

Puzzles schulen das räumliche Denken

Kinder, die im Alter von zwei bis vier Jahren mit Puzzles spielen, haben später ein besseres räumliches Vorstellungsvermögen. Das konnten Psychologen der Universität von Chicago in einer Studie zeigen. Noch ist unklar, warum Jungen bei den Tests besser abschnitten als Mädchen.

Für die Studie beobachteten die Psychologin Susan Levine und ihre Kollegen Kinder und Eltern per Videokamera beim Spielen. Dabei fanden die eineinhalbstündigen Spiel-Sessions in einer natürlichen Umgebung statt und die 53 Eltern-Kind-Paare sollten sich so verhalten, als ob sie zuhause seien und nicht beobachtet würden. Die Treffen fanden alle vier Monate zwischen dem 26. und 46. Lebensmonat der Kleinen statt. Etwa die Hälfte der Kinder spielte mindestens einmal mit einem Puzzle.

Anzeige

Im Alter von viereinhalb Jahren testeten die Psychologen dann das räumliche Vorstellungsvermögen der Kinder. Es stellte sich heraus, dass jene Kinder, die während der Spiel-Sessions gepuzzelt hatten, später auch ein besseres räumliches Vorstellungsvermögen besaßen. Und: Jungen waren dabei Mädchen überlegen.

Die Psychologen stellten bei der Auswertung der Videoaufnahmen fest, dass Jungen während der Spielphasen mit komplizierteren Puzzles spielten und Eltern Söhnen das Drehen und Verschieben der Puzzle-Teile auch mit anspruchsvollerem Vokabular erklärten als Töchtern.

Offen bleiben daher die Fragen, ob Jungen per se begabter sind oder ob Eltern ihren Söhnen nur schwerere Puzzles zum Spielen anbieten, weil gemeinhin angenommen wird, dass Jungen ein besseres räumliches Vorstellungsvermögen hätten. Außerdem wollen Levine und ihre Kollegen weiter untersuchen, ob Puzzle-Spielen und räumliches Vorstellungsvermögen ursächlich miteinander zusammenhängen, man also das Vorstellungsvermögen durch Puzzeln trainieren könne.

Die Forscher sind sich jedoch sicher, dass häufiges Puzzeln die Kinder gut auf die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) in der Schule vorbereitet. In diesen Bereichen ist räumliches Vorstellungsvermögen von großem Vorteil.

FH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Schützt die Pille vor Rheuma?

Wer mit der Pille verhütet, hat ein geringeres Risiko für chronische Gelenkentzündungen.

“Serienmarathon” beeinflusst Schlaf

Exzessives Serienschauen sorgt mitunter für schlaflose Nächte.

Warum teurer Wein besser schmeckt

Verantwortlich dafür ist das Gehirn, das uns beim Probieren einen Streich spielt.

Wie Feinstaub der Gesundheit schadet

Verschmutzte Luft belastet den Stoffwechsel und begünstigt Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Schädigt Cannabis die Gefäße?

Durch Marihuana erhöht sich das Risiko, an den Folgen von Bluthochdruck zu sterben.

Beeinflusst das Wetter Gelenkschmerzen?

Es besteht offenbar ein anderer Zusammenhang als bislang vermutet.

Alkohol schädigt das junge Gehirn

Junge Menschen, die viel Alkohol trinken, zeigen Entwicklungsrückstände.

Halten Haustiere Kinder gesund?

Eine neue Studie kommt zu einem überraschenden Ergebnis.

Wer sich einsam fühlt, stirbt früher

Soziale Isolation ist für die Gesundheit sogar gefährlicher als Übergewicht.

Yoga lindert Depressionen

Viele Studien belegen, dass Yoga der Psyche gut tut.

Bakterien profitieren vom Klimawandel

Die globale Erwärmung begünstigt die Ausbreitung vieler Infektionskrankheiten.

Zika-Virus: Infektion durch Küssen?

Forscher haben untersucht, ob das Virus über den Speichel übertragen werden kann.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen